1. Willkommen auf POLITIK-FORUM.CH - der grössten interaktiven Politik-Plattform der Schweiz

    Über 3`600 registrierte Mitglieder, 6`800 Themen und 320`000 Beiträge!

    Folgen Sie uns auf Google+ / Twitter / Facebook
  2. Zutreffendes Statement von Benutzer Tapir mit 1800 Beiträgen an ein neues Mitglied:

    "Wenn du tatsächlich fundierte Kritik übst, dann hat wohl niemand etwas dagegen. Grundsätzlich üben wir hier eine Art "Selbstmoderation"
    Dieses Forum funktioniert, weil die User die Grenzen des Anstands kennen und (meist) wahren.
    Von Zeit zu Zeit geraten sich die User indes persönlich etwas in die Haare; sei davon nicht irritiert - man kennt und neckt sich hier teilweise schon ein Jahrzehnt."

Teurer Atomstrom

Dieses Thema im Forum "Atompolitik" wurde erstellt von aristo, 12. 08. 2008.

Teurer Atomstrom 3.5 5 6votes
3.5/5, 6 Bewertungen

  1. Vox borealis

    Vox borealis Parteilos

    Top Benutzer
    Registriert seit:
    31. 05. 2009
    Beiträge:
    812
    Zustimmungen:
    61
    Geschlecht:
    männlich
    Ort:
    Helsinki/Basel
    Und wann wäre das? Flamanville, der Prototyp des neuen EPR der von der EDF nothilfemässig aufgefangenen Areva (weil sie wegen eben diesem Reaktor der neuen Generation konkurs gegangen wäre), ist abermalig verspätet, so wie sein Zwilligsbruder in Olkiluoto/Finnland. Hätte 2009 ans Netz gehen sollen, letzter Netzanschlusstermin 2019, aber, surprise surprise:eek: !:

    Die Strahlensicherheitsbehörde Finnlands STUK hat am Freitag, 11. Mai 2018 überraschend mitgeteilt, dass jetzt im Primärkreis des Reaktors im Leitungssystem dermassen starke Vibrationen entstehen, dass der Reaktor nicht mit Brennstäben bestückt werden darf. Somit verspätet sich der Netzanschluss erneut. Die Franzosen sind ja hinlänglich bekannt für ihre Verschwiegenheit i.S. Kernkraft, deshalb darf man getrost vermuten, dass auch in Flamanville die in Finnland festgestellten Mängel bestehen (Nb. im Primärkreis eines Reaktors mit fast doppelter Leistung eines Schweizer KKWs ...).

    So wird auch der "Basler Zipfel" weiter damit hadern dürfen, dass das urälteste KKW Frankreichs Fessenheim für weiteres Unbehagen sorgen wird:mad:

    https://www.reuters.com/article/us-...art-in-2019-after-another-delay-idUSKBN1CE1ND
    PS. Diese neueste Nachricht in einer offensichtlich nicht endenden Reihe von bad news gibt es noch nicht auf Englisch.
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!
  2. Forteleon

    Forteleon FDP

    Top Benutzer
    Registriert seit:
    15. 04. 2014
    Beiträge:
    2.580
    Zustimmungen:
    195
    Geschlecht:
    männlich


    Nun die Schrottmühle wird dummerweise nächstes Jahr wohl nicht abgeschaltet. Die Todeszone von Leibstadt dürfte bei einer klaren Föhnlage für die Schweiz viel kleiner sein, als jene von Fessenheim bei NW Wind ...
    Die Folgen von Fessenheim und Gösgen bei einem richtigen GAU a la Fukushime dürften sich graduell unterscheiden. Zu schreiben das Schadenpotential von Fessenheim sei für die Schweiz extrem viel kleiner als für Gösgen oder Beznau halte ich jedoch für falsch. Es mag tatsächlich kleiner sein, dennoch wären die Auswirkungen gewaltig!

    Meine Feststellung ist, dass für Fessenheim dasselbe gilt wie für unsere AKW's. Sie werden betrieben und weiter betrieben, solange dies betriebswirtschaftlich einen Sinn macht. Eine frühere Abschaltung ist unlogisch und nicht rational, weil sich seit langer Zeit keine neuen Erkenntnisse bezüglich der Schadenspotentials und der Eintretenswahrscheinlichkeit ergeben haben. Sprich die Werke waren immer gleich gefährlich .... und es ist daher unlogisch sie nun abzuschalten, bevor sie ihre betriebswirtschaftlich mögliche Verwendungszeit erreicht haben.
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!
  3. Alexander

    Alexander Parteilos

    Top Benutzer
    Registriert seit:
    29. 04. 2011
    Beiträge:
    3.045
    Zustimmungen:
    572
    Ort:
    Luzern
    So einfach ist es nicht. Die radioaktiven Aerosole verteilen sich in alle Himmelsrichtungen, auch wenn zum Zeitpunkt des "GAU" eine bestimmte Windrichtung vorherrscht. Der unmittelbare Umkreis der Anlage ist aber immer "am Arsch".

    Im Übrigen ist der Südföhn, also die für uns bei dem von dir postulierten Leibstadt-GAU "idealste" Windrichtung nicht gerade häufig. Selbst im Urnerland, wo es am meisten "föhnt" gibt es im Jahresdurchschnitt (gemäss Meteoschweiz) weniger als 40 Föhnstunden pro Monat. Die Wahrscheinlichkeit dass also zu einem beliebigen Zeitpunkt im Jahr ausgerechnet gerade der Südföhn bläst, ist selbst in Altdorf nur bei etwa 5%, im Aargau also wohl noch geringer. Der Föhn reicht ja meist nichtmal bis ins Mittelland.


    Wie oft muss ich noch auf die geradezu groteske Unsinnigkeit dieses Arguments hinweisen? Wie oft willst du das selbe einfach wiederholen ohne darauf einzugehen, dass es argumentativ hier im Thread schon 50 mal demontiert wurde?

    1. Dein "Argument" scheitert bereits daran, dass die von dir postulierte "betriebswirtschaftliche Sinnhaftigkeit" nachweislich gar nicht gegeben ist. Schon damit wäre dein Argument erledigt.

    2. Ignorieren wir aber mal, dass bereits deine erste Prämisse falsch ist: Auch dann scheitert dein Argument noch an zig Punkten in krasser Weise.

    2a. Du behauptest, dass sich seit langer Zeit "keine neuen Erkenntnisse bezüglich der Schadenspotentials und der Eintretenswahrscheinlichkeit ergeben haben". Das ist erstens falsch und zweitens irrelevant.
    Falsch ist es, weil laufend neue Erkenntnisse über zuvor kaum bekannte Risiken in unseren AKW gewonnen wurden.
    Aber wichtiger noch: Es ist vor allem irrelevant, weil die Tatsache ob neue Erkenntnisse gewonnen wurden oder nicht ja keinerlei Einfluss auf das reale Risiko hat.
    Ein Kopfschuss ist für einen Neurochirurgen nicht weniger tödlich als für einen Jungsteinzeit-Indio, der noch nie eine Schusswaffe gesehen hat. Und das obwohl ersterer deutlich mehr "Erkenntnisse" über die Risiken von Kopfschüssen gewonnen hat.

    3. Das Risiko war schon immer untragbar, d.h. man hätte die AKWs freilich gar nie bauen dürfen. Dass sie nun schon seit Jahrzehnten gelaufen sind macht das Risiko tendentiell eher grösser, aber sicher nicht kleiner. Da sind wir uns ja halbwegs einig, wenn du schreibst "die Werke waren immer gleich gefährlich".
    Wenn sie nun aber "immer gleich gefährlich" waren, dann waren sie offenkundig immer zu gefährlich. D.h. je früher der Zeitpunkt der Abschaltung, umso weniger lange besteht das Risiko. Und umso weniger lange das Risiko besteht, umso geringer ist die Chance, dass es sich tatsächlich "verwirklicht".

    Nehmen wir an, du wärst 100km mit einem angerissenen Bremskabel gefahren und hattest das Glück, dass es noch nicht ganz gerissen ist. Nun hast du die Wahl, weitere 100km mit dem angerissenen Bremskabel zu fahren oder aber die Bremsanlage zu sanieren. Gemäss deiner "Logik" müsstest du zwingend ohne Sanierung der Bremsanlage weiterfahren. Denn nachdem bereits die ersten 100km ja nichts passiert ist, wäre es ja "unlogisch", an der Situation irgend etwas zu ändern.
    Klingt abstrus? Genau!
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!
  4. Vox borealis

    Vox borealis Parteilos

    Top Benutzer
    Registriert seit:
    31. 05. 2009
    Beiträge:
    812
    Zustimmungen:
    61
    Geschlecht:
    männlich
    Ort:
    Helsinki/Basel
    Was du ja schon ein paar Post zuvor (# 1589) gesagt hast: "Und selbst eine Todeszone von Fessenheim würde nur den Basler "Zipfel" treffen."

    Alle Achtung, Alexander! Nur der Basler "Zipfel" wäre also als unmittelbarer Umkreis "am Arsch". So etwas von zynisch! Weisst du was der Blocher vor ein paar Wochen gesagt hat, im Hotel Euler in Basel, als er die "Basler Zeitung" an die Tamedia verkauft hatte: Die Basler seien ja ohnehin nur halbe Schweizer. Verdammmmmmmt nochmal! Bist du schon auf dem gleichen Karren wie der Blocher, der es vielleicht auch hinnehmen würde, dass "nur" der Arsch der Schweiz getroffen würde aber nicht Herrliberg und sein Schloss im Bündnerland?

    https://www.aargauerzeitung.ch/aarg...demonstrierten-1975-gegen-neues-akw-129018240

    Wir in der Nordwestschweiz haben 1975 der KKW-Lobby die Stirn geboten mit der Besetzung des Geländes für das geplante KKW Kaiseraugst. Mit Erfolg! Zur Erinnerung auch an alle, die meinen wir hätten immer eine super direkte Demokratie gehabt: Zu Energiefragen hatte damals das Volk NICHTS zu sagen. Die Motor Columbus kam einfach daher und wickelte die Gemeindeväter von Kaiseraugst um ihre Finger, natürlich mit schönen Versprechen von Steuereinnahmen usw.

    Wir haben uns gewehrt, haben bewirken können, dass die Schweizer Atomenergie überdenkt wurde, und jetzt zum Dank:D? Eine Todeszone (ausgehend von Fessenheim) würde ja nur den Basler "Zipfel" treffen, ergo den "Arsch", wie du es im Zitat nennst. Zero points, Alexander :mad::mad::mad::mad::mad:. Hast du noch Skrupel? Wirklich?
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!
  5. Alexander

    Alexander Parteilos

    Top Benutzer
    Registriert seit:
    29. 04. 2011
    Beiträge:
    3.045
    Zustimmungen:
    572
    Ort:
    Luzern
    @Vox borealis

    Ich glaube du hast da etwas gewaltig missverstanden und solltest mal den ganzen Kontext lesen, bevor du hier auf einem einzelnen Textfragment herumreitest und unnötigerweise hohen Blutdruck riskierst.

    Ich habe nie gesagt, dass ich die "Opferung" des "Basler Zipfels" für zumutbar halte. Ich habe lediglich die lächerliche & zynische Behauptung der AKW-Befürworter widerlegt, gemäss der das AKW Fessenheim für die Schweiz eine grössere Gefahr darstellt als die inländischen AKW und man daher ruhig die gesamte Schweizer Bevölkerung (inkl. den Baslern, die ja von Gösgen, Leibstadt und Beznau mindestens so betroffen wären wie von Fessenheim!) einem GAU-Risiko aussetzen könne.

    Das ist eine simple & faktenbasierte Feststellung und keine Wertung bezüglich des AKW Fessenheim. (Und schon gar keine Bezüglich der Enthebrlichkeit der Basler!)
    Wie du so etwas in meine Beiträge reinlesen kannst ist mir ehrlich gesagt ein absolutes Rätsel. Ebenso rätselhaft ist es, wie du darauf kommst, ich hätte Basel als den "Arsch" der Schweiz bezeichnet oder würde irgendwelche Ansichten des gefährlichen Hetzers Blocher teilen. Nichts läge mir ferner. Tatsächlich ist Basel sogar (neben meinem Wohnort) die von mir am häufigsten besuchte Schweizer Stadt.

    Selbstverständlich bin ich dafür, dass Fessenheim möglichst rasch abgeschaltet wird (so wie es ja auch angekündigt ist). Ich glaube dies sollte in meinen Beiträgen eigentlich deutlich geworden sein...
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!
  6. SHANGHAI

    SHANGHAI

    Top Benutzer
    Registriert seit:
    28. 02. 2018
    Beiträge:
    1.384
    Zustimmungen:
    116
    Geschlecht:
    männlich
    Also ich habe die Pressekonferenz im Hotel Euler gesehen und deine Aussage, "die Basler seien halbe Schweizer" nicht gehört. Ich glaube seine Tochter die sehr erfolgreich in Basel tätig ist, dürfte kaum eine halbe Tochter sein.

    Es ist im Übrigen auch nicht so, dass Blocher die BAZ verkauft hat. Die BAZ wurde von den Aktionären verkauft und Blocher gehört eine Minderheit von 30 %. Natürlich hat er ein Geschäft gemacht. Ist auch gut so, schliesslich hat er die Zeitung von 7 Mio. Verlust wieder in die schwarzen Zahlen gebracht. Ansonsten gäbe es die BAZ gar nicht mehr. Jetzt ist sie offenbar wieder interessant geworden aufgrund der Konsolidierung.

    Und natürlich ist Fessenheim ein größeres Risiko als Leibstadt oder Beznau und zwar für die gesamte Deutschschweizer Bevölkerung. Wenn es knallen würde ist die Chance das Westwind vorhanden wäre oder auf Westwind umschlägt eine Katastrophe von Basel bis St. Gallen. Und das wichtigste Argument dafür ist eben, dass wir Leibstadt und Beznau SELBER im Griff haben und Fessenheim eben nicht. Da können wir nur HOFFEN und BETEN, dass die Franzosen seriös arbeiten.

    Insofern teile ich die Argumente von @Forteleon voll und ganz.
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!
    SHANGHAI, 26. 05. 2018
    Last edited by SHANGHAI; at 26. 05. 2018
  7. Alexander

    Alexander Parteilos

    Top Benutzer
    Registriert seit:
    29. 04. 2011
    Beiträge:
    3.045
    Zustimmungen:
    572
    Ort:
    Luzern
    @SHANGHAI

    Wer ist "wir"? Dass die Betreiber der Schweizer AKW eben gerade nicht seriös arbeiten und ihre Anlagen nicht im Griff haben, hat sich in den letzten Jahren ja verschiedentlich gezeigt. Wieso es unsicherer sein soll auf die Franzosen zu "hoffen" während wir bereits sicher wissen, dass bei unseren Verantwortlichen (oder man sollte sagen: Verantwortungslosen) eben keine Hoffnung besteht, bleibt schleierhaft. Aber das hatten wir ja alles schon und es hält Shanghai & Co wie immer nicht davon ab, die ewig gleiche Leier stumnpf zu wiederholen.
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!

Diese Seite empfehlen