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Promille Grenze von 0,0??

Dieses Thema im Forum "Verkehrspolitik" wurde erstellt von Pollux, 17. 10. 2005.

Promille Grenze von 0,0?? 4.7 5 3votes
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  1. stephan maier

    stephan maier

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    AW: Promille Grenze von 0,0??

    Mit o,o hätten wir das ganze Theater nicht.

    Kein Alkohol und Schluss. Nur so gibt es eine Rechtssicherheit.
     
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  2. Andreas

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    AW: Promille Grenze von 0,0??

    Die Kritik an der 0.5 pro Mille Grenze war, dass diese fast nicht einzuhalten ist, und so ein wenn schon denn schon denken überhand nehmen könnte.

    Dies scheint sich nach der anfänglichen Angst auch zu bewahrheiten. Wobei auch zu berücksichtigen ist, dass die verschärften Kontrollen deutlich nachgelassen haben. Ich habe auf jeden Fall seit über 10 Monaten in unserer Gegend (an den strategischen Stellen) keine Kontrollen mehr bemerken können.

    Wenn also die These stimmt, dann würde sich bei einem 0.00 Grenzwert die Situation noch ein Mal verschlechtern.

    Aber .....

    Apropo, wenn schon, denn schon .....

    Warum nicht in jedes Fahrzeug einen Alkohohldedektor einbauen. Die Kosten würden sich wie ein Klimarappen entweder auswirken oder nicht, aber der 0.00 Grenzwert könnte eingeführt und ohne grosse Kontrollen auch durchgesetzt werden.
    Die Übergangsfrist für die Nachrüstung nach der Gesetzesverabschiedung wäre mit 12 Monaten sicher angemessen.

    Vielleicht müssten in einer ersten Welle die Berufsfahrer, oder die Fahrer von Fahrzeugen über 2000 Kg (Offroader) .... einen solchen Detektor einbauen. Wenn die Wirkung nachlässt wäre die nächste Gruppe dran etc. So wäre die Akzeptanz einfacher und die Signalwirkung könnte über mehrere Jahre hingezogen werden.
     
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  3. fragile

    fragile Erfahrener Benutzer Keine_Parteiangabe

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    AW: Promille Grenze von 0,0??

    Ich oute mich hier gleich als Gegner der 0.0-Grenze, wobei ich mir bewusst bin, dass dies im heutigen Zeitalter des staatlichen Gesundheitszwanges eine sehr unpopuläre Stellungnahme ist.

    Ich bin überzeugt, dass es der 0.0-Grenze etwa ähnlich erginge wie der 0.5-Grenze: Solange die Verordnung neu und die Kontrollen häufig sind, solange alle Augen gespannt auf die Unfallstatistik zum Jahresende warten, wird sich ein positiver Effekt zeigen. Danach wird er abflachen und schliesslich verschwinden...

    Ich schaue das so an: Das Problem ist nicht der Alkohol am Steuer, sondern die Unfallhäufigkeit. Alkohol ist dabei ein möglicher Beeinflussungsfaktor, aber nur einer unter vielen.

    In der Statistik werden bislang die Unfälle ausgewiesen nach "unter Alkoholeinfluss". Genau genommen heisst das: Einer der aktiv Beteiligten - nicht unbedingt der Verursacher - hatte mehr als 0.0 Promille im Blut.

    Ich stelle die direkte usrächliche Wirkung, wie sie in den bekannten Statistiken suggeriert werden, grundsätzlich in Frage.

    Vor vielen Jahren war ich eine Zeit lang im Transport tätig: Lastwagen. Immer mit und unter Berufs-Chauffeuren. Ich erinnere mich, dass dabei die Mehrheit nicht gänzlich auf Alkohol verzichtet hat. Nicht betrunken, natürlich, aber ein Panache zum Mittag, eines oder zwei zum ZVieri, gegen Feierabend... das war so ziemlich die Regel. Die Mineralwasser-Trinker waren deutlich eine Minderheit.

    Später dann habe ich mich vermehrt in den Kreisen mit den wöchentlichen Geschäftsessen bewegt. Auch hier: Die meisten mit dem Auto unterwegs, die wenigsten haben auf ein (oder zwei) Glas Wein (am Mittag eher eines, am Abend eher zwei oder drei) verzichtet.

    Ich würde zu behaupten wagen, wenn man alle Autofahrer auf 0.0 Promille testen würde, so käme man auf eine grössere Prozentzahl "Alkoholisierter" als die "Alk-Unfallstatistik" suggeriert... (käme noch etwas auf die Tageszeit dieser Messung an)

    Unlogisch?

    Nein: Zwar stimmt es, dass Alkohol die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt. Aber es stimmt auch, dass sehr viele Autofahrer, besonders die Älteren, Erfahrenen, dies bei ihrem Farstil berücksichtigen und entsprechend vorsichtiger fahren. Weil sie wissen, dass ein grösseres Unfallrisiko besteht (etwa wie bei Schlechwetter) und dass ein Unfall sie sehr sehr teuer zu stehen käme. Diese beiden Effekte wirken einander entgegen.

    Fazit:

    Ich würde Massnahmen begrüssen, welche die Verursacher gefährlicher Unfälle stärker bestrafen.

    Und ich würde ebenfalls Massnahmen begrüssen, welche verminderte Fahrtüchtigkeit (Übermüdung; Drogenkonsum (inkl. Alkohol & Medikamente), gefährliche, schlecht unterhaltene Fahrzeuge, u,ä.) vermehrt kontrolliert und gebüsst werden.

    Hierbei sähe ich jedoch viel lieber "Fahrtüchtigkeitstests", als Blutproben. Denn: Darum geht es eigentlich, und man würde das Übel an der wirklichen Wurzel packen, und nicht auf Grund eines Indizes strafen.

    Ich behaupte, dass sich solche Tests durchaus auch mobil, vielleicht sogar billiger und weniger zeitaufwändig durchführen liessen als Blutproben...
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. 03. 2007
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  4. Andreas

    Andreas erfahrener Benutzer fdp

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    AW: Promille Grenze von 0,0??

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Eigentlich möchte ich Dich in allen Punkten unterstützen. Aber es geht nicht um mich, und es geht nicht um die Autofahrer.

    Hier geht es um mögliche Opfer oder um Opfer von bereits geschehenen Unfällen. Und es geht um die Sicherheit von Kindern und anderen Strassenbenützern.

    Die Fahrtüchtigkeit zu messen, das kann ich mit (vor allem in den Grenzbereichen) als unmöglich vorstellen.

    Denn auch hier gilt das Prinzip der Erfahrung und der Kraft (und Veranlagung), gewisse Auswirkungen temporär zu unterdrücken.

    Für ein Gesetz braucht es aber klare (und ich betone, nicht gerechte) Kriterien. Ein Messwert ist da genau das richtige. Auch wenn nicht alle Gemessenen beim gleichen Resultat gleich beeinträchtigt sind. In Wirklichkeit sind die Unterschiede nämlich riesig!

    Aber es geht auch um die Benützung eines Fahrzeuges und um die Sicherheit von Dritten. Es geht um das ernst nehmen von Opfer und Hinterbliebenen eines Verkehrsunfalles, und es geht um die Gleichbehandlung von Übertretungen.

    Ich denke, wer fahren will der verzichtet auf Alkohohl. Wenigstens in Urbangebieten die es durchaus zulassen sich mit anderen Verkehrsmitteln zu bewegen.

    Aus diesem Grund bin ich für einen sehr tiefen Grenzwert.

    Ich denke dabei zum Beispiel an 0.2 pro Mille. Zu wenig um zu trinken, aber genug um die Beeinflussung des Blutalkoholwertes zum Beispiel durch Medikamente oder durch ein Kirschstängeli aufzufangen.

    Und ich denke an die Verteuerung des benützens von Autos oder Laswagen. Diese sollen unbedingt mit zusätzlichen Kontrollgeräten ausgestattet werden. (Alkoholmesser, Bläckbox, Angurtkontrollen, Fahrtenschreiber für alle Fahrzeuge, Geschwindigkeitsbegrenzer, etc.) alles Errungenschaften, die ein Fahrzeug problemlos einbauen kann (mit den entsprechenden Mehrkosten) und die für die Sicherheit aller Beteiligten immense Auswirkungen hätten.

    Wer zu schnell fährt der kann jederzeit bei einer Kontrolle (bedingt auch noch im Nachhinein) erfasst werden. Wer Alkohol getrunken hat, der kann gar nicht erst abfahren ....).

    Autofahren ist eben dann nicht mehr nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht mit den entsprechenden Einschränkungen.

    Diese würden im Nebeneffekt vielleicht auch das Benützen von öffentlichen Verkehrsmitteln etwas attraktiver machen.
     
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  5. fragile

    fragile Erfahrener Benutzer Keine_Parteiangabe

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    AW: Promille Grenze von 0,0??

    Darin sind wir uns einig: Mir geht's auch um die (potentiellen) Opfer.

    Gerade deswegen wünschte ich mir "Fahrtüchtigkeitstests" - anstelle von Blut- und Urinproben.

    Anders als Du glaube ich schon, dass solche Tests entworfen und landesweit nach gleichen Kriterien durchgeführt werden könnten. Reaktionsvermögen, Distanzen schätzen, Situationsgerecht reagieren, u.a.m. Im heutige Zeitalter der Computer und der Simulationen sollte das IMO kein grosses Problem sein. Es wäre sogar einfacher und billiger als die heutigen Blutproben.

    Erwischt und gebüsst würde dann, wer fahruntüchtig fährt, und nicht (wie heute) wer allenfalls fahruntüchtig sein könnte... Dies wäre mein Anliegen.
     
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  6. stephan maier

    stephan maier

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    AW: Promille Grenze von 0,0??

    Als Verkehrsteilnehmer der leider viel zuviel auf den Strassen unterwegs ist möchte ich doch meine Bedenken über die Fahrerei der Schluckspechte anmelden.
    Die Fahrtüchtigkeit muss jeder Verkehrsteilnehmer an seiner Prüfung beweisen. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, zuerst eine Prüfung abzulegen und danach geprüft wird, wie viel man saufen kann, bis es nicht mehr geht. Oder sollen wir die Fahrprüfung zuerst mit 0.5 danach 0.6 usw. ablegen. Ich will niemanden den Genuss von Alkohol verbieten, wir leben in einer liberalen Gesellschaft, aber danach soll er nicht mehr Autofahren.
     
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  7. Flink

    Flink

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    AW: Promille Grenze von 0,0??

    Von einer "Prüfung der Fahrtauglichkeit" halte ich nicht viel, den das ist subjektiv und nicht messbar. Ausserdem will man ja nicht das die Leute denken, jaja ich kann soundsoviel saufen und trotzdem noch gut Auto fahren - ist ja amtlich geprüft!

    Verstehe aber auch nicht wieso jetzt der richtige Zeitpunkt für eine weitere Senkung seien soll, wenn man ja gerade feststellt, das die Wirkung der letzten Senkung auf 0.5 nur temporär war und bereits wieder nachlässt.
    Senkt man den Wer zu tief ab, werden gewisse Leute denken (halt diejenigen die sich nach Feierabend gerne noch ein Bier gönnen) "jetzt kommt es auch nicht mehr draufan - nehme ich halt noch eins mehr".
     
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