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Öffentlicher Verkehr in der CH gratis?

Dieses Thema im Forum "Verkehrspolitik" wurde erstellt von Fight, 26. 04. 2007.

Öffentlicher Verkehr in der CH gratis? 4.7 5 3votes
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  1. fragile

    fragile Erfahrener Benutzer Keine_Parteiangabe

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    AW: Öffentlicher Verkehr in der CH gratis?

    Du zeigst uns hier sehr schön, weshalb sich die SVP mit neuen Konzepten so schwer tut: Man kennt das Resultat schon vor einer genaueren Untersuchung, und es lautet: NEIN!
     
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  2. Fight

    Fight Gesperrt

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    AW: Öffentlicher Verkehr in der CH gratis?

    Selbstverständlich bin ich gegen jede Steuererhöhung. Wir alle wissen, wo und wie man noch Milliarden sparen könnte. ABER so weit sind wir noch lange nicht. Ich finde, wir sollten erst einmal herausfinden, wie die Lösungen aussehen könnten und dafür bräuchte man Modelle und Berechnungen. Und da ich mal vermute, dass keiner von uns das kann, wäre da wohl Leuenbergers Departement gefordert. Erst wenn man weiss, wie eine Lösung aussieht, kann man sagen, ob man ihr zustimmen könnte oder nicht.

    Ich wäre auch nie für eine Lösung zu haben, die zB. das Autofahren einschränken würde. Die Wahlfreiheit muss für jedermann bestehen bleiben. Aber ich bin überzeugt, dass vielleicht die Hälfte der Autopendler zumindest im Mittelland auf den öV. umsteigen würde. So gibt es zB. im Kt. ZH Firmen, die das ZVV Ticket massiv verbilligen und dafür kriegen sie auch noch eine Ermässigung vom ZVV selber. Wenn dann ein Jahreabo plötzlich nur noch 600 Franken anstatt 1900 kostet, steigen sehr viele um. Eine normale Familie, die ein Auto hat, kann sich den öV. praktisch nicht leisten und das finde ich absurd, wenn man bedenkt, dass praktische jede Partei die Familienförderung in ihrem Programm hat!

    Ausserdem ist die Tourismusindustrie einer der wichtigsten Zweige unserer Volkswirtschaft. Wer weiss denn, ob nicht die Touris in Strömen in die Schweiz kommen würden und hier Geld liegen lassen, so dass wieder mehr Steuern eingenommen werden können? Ich kaufe öfters Abos für Ausländer, mit denen diese dann in der ganzen Schweiz frei herumreisen können. Nur schon die Möglichkeit, einfach irgendwo und irgendwann einsteigen zu können, macht die Bequemlichkeit eines eigenen (Miet)Wagens praktisch wett. Wenn schon der Normalbürger mit Einzelbilleten überfordert ist, ist es der Touri erst recht!

    Im Unterengadin gehen immer mehr Hotels dazu über, ihren Gästen eine Freikarte für den öV. inkl. Bergbahnen zu "schenken". Natürlich ist das auch nicht "gratis". Hotels, Bahnen und sonstige Betriebe zahlen für diese Dienstleistung. Trotzdem rentiert es sich für die ganze Region. Das Hotel ist besser ausgelastet, die Bahnen machen mit Zusatzverkäufen ein Geschäft (zB. Fahrradverleih, Schlitten, Imbiss usw.) und die Leute geben pro Kopf mehr Geld in den Geschäften aus, weil sie sich wohl fühlen und nicht bei jeder Bergbahn neu in Ohnmacht fallen, wenn sie hören, dass die Fahrt auf den Hoger 500 Franken für die Familie kostet!
     
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  3. Beat

    Beat Parteilos

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    AW: Öffentlicher Verkehr in der CH gratis?

    :confused: Warum denn nicht?

    Die SVP und die SP haben zusammen im Parlament eine komfortable Mehrheit, sie könnten das ohne Weiteres durchbringen. Sollte es zu einer Abstimmung kommen, würden sicher auch die Grünen zustimmen, womit auch eine Mehrheit der Stimmenden das Projekt unterstützen könnten.

    Also, wie wärs, wenn die SVP eine entsprechende Motion einreichte, um den Bundesrat zu beauftragen, ein Projekt mit Kosten/Nutzenrechnung unter Berücksichtigung auch aller Nebeneffekte, auszuarbeiten?
    Die Unterstützung der SP und der Grünen wäre ihnen sicher.
     
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  4. Fight

    Fight Gesperrt

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    AW: Öffentlicher Verkehr in der CH gratis?

    Dass du dich da mal nicht täuscht! Auch wenn ich mich wirklich diebisch über einen solchen Vorstoss freuen würde, käme er für die meisten aus der "falschen" Partei. Ich sehe schon Titel wie "SVP zerstört in ihrem Strassenwahn jetzt auch noch den öV." oder "SVP biedert sich an" usw. Zudem glaube ich eher nicht, dass das die SVP Basis überhaupt mitmachen würde. Wie verschiedentlich erwähnt, geht es ja vorerst nur um eine Kosten-/Nutzenrechnung, um überhaupt eine Basis zu haben. Wäre das nicht eine Aufgabe des UVEKs? Uiii - jetzt juckt es mich weiter zu schreiben, aber ich lass das mal...
     
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  5. fragile

    fragile Erfahrener Benutzer Keine_Parteiangabe

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    AW: Öffentlicher Verkehr in der CH gratis?

    Es wäre vor allem eine Aufgabe jener, die dieses Anliegen verfolgen: Hierzu müsste man sich organisieren.

    Allenfalls könnte man bei der SBB mit einem solchen Anliegen vorstellig werden. Schliesslich geht's um ihre Kostenrechnung.

    Schön & bequem wär's ja, wenn wir unseren 7 Departementen ihre Jobs vorschreiben könnten. Aber eben: Finanzieren wollen wir das ja nicht... (jetzt juckts mich: Wereliwer würde wohl am lautesten aufschreien?)
     
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  6. Beat

    Beat Parteilos

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    AW: Öffentlicher Verkehr in der CH gratis?

    :rolleyes: Eben gerade nicht. Kommt nämlich ein solcher Vorstoss von der SP, wird er aus Prinzip von den Bürgerlichen abgeschmettert. Kommt er aber von einer bürgerlichen Partei, horcht man auf. Die SP und die Grünen würden ihn sicher unterstützen, besonders wenn er zuvor mit ihnen besprochen wurde.

    :) Uebrigens, auch ich würde mich diebisch über einen solchen Vorstoss von bürgerlicher Seite freuen.

    :eek: Aber eben, wie Du richtig vermutest, würde da die SVP-Parteileitung wahrscheinlich gar nicht mitmachen.
     
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  7. Flink

    Flink

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    AW: Öffentlicher Verkehr in der CH gratis?

    Ich bin selbst Pendler, bzw. fahre jeden Tag mit dem Zug von Schaffhausen nach Winterthur (und wieder zurück).

    Wen sehe ich da?
    Sehr viele Schüler / Studenten, ältere Leute (vorallem später am Tag) und nur wenige berufstätige Pendler. Typischerweise also vorallem Leute, welche sich kein Auto leisten können. Ja, *überraschung* ganz richtig gehört, man fährt Zug weil man nicht genug Geld hat sich den Luxus "Auto" leisten zu können und nicht umgekehrt. Zugfahren ist billiger als Autofahren, das war es schon immer und wird es vermutlich auch immer sein. Trotzdem fahren aber fast nur Leute mit dem Zug, die keine andere Wahl haben.

    Wieso ist das so?
    Das Schlagwort heisst Komfort! Und damit meine ich nicht die müffelnde SBB-Sitzbank gegen einen Delux-Ledersitz auszutauschen. Ich meine an allererster Stelle die Zeitersparniss. Jeder der in einer Ortschaft mit weniger als 10 000 Einwohner wohnt weiss wovon ich spreche: Einen Zug im Stundentakt oder gleich nur ein Bummler-Postauto. Dann beliebig oft umsteigen - warten - in den vollbesetzten Zug/Bus steigen... Solange man nicht gerade beim Züri-HB wohnt ist man mit dem Auto einiges schneller und wahrscheinlich nicht selten um Faktor 2 oder 3.
    Ausserdem ist es auch nicht sehr angenehm wenn man nach einem 8 Stundentag nur noch einen Stehplatz im nicht-klimatisierten und lärmigen Zug erwischt.
    Nicht zu vergessen alljene die von der Arbeit aus auf das Auto angewiesen sind (Handwerker, Spediteure, Supporter...). Nein, die Leute die heute nicht Zugfahren, die tun das nicht aus finanziellen Gründen und werden sich davon auch kaum ködern lassen.

    Wohin würde ein durch Steuern finanzierter ö.V. führen?
    Nun, wenn ein Unternehmen staatlich budgetierte und somit garantierte Einnahmen hat muss es sich offensichtlicherweise nicht mehr um die Zufrieden der Kunden kümmern. Man kann die Leistungen in den ohnehin nicht sehr attraktiven Randgebieten reduzieren und Dinge wie Pünktlichkeit und Verslummung sind sowieso zweitrangig. Bahnfahren wird noch weniger attraktiv werden und es würden nur noch die Leute ö.V. benutzen welche wirklich wirklich keine andere Wahl mehr haben, so ein bisschen wie in Amerika. Die einzige Möglichkeit die Qualität der Leistungen zu garantieren wäre eine Verstaatlichung sämtlicher ö.V. Betriebe und das knapp 8 Jahre nach der Privatisierung der SBB. Was das Stimmvolk von solchen Dingen hält hat man ja am Beispiel Einheitskasse gesehen.

    Fazit:
    Zum gegenwärtigen Zeitpunkte könnte man wahrscheinlich genausgut über die Besiedlung der neuen Super-Erde diskutieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. 04. 2007
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