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Nun ist Syrien an der Reihe

Dieses Thema im Forum "Internationale Medien und Schlagzeilen" wurde erstellt von felixkohl, 1. 09. 2013.

Nun ist Syrien an der Reihe 4.8 5 5votes
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  1. felixkohl

    felixkohl

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    Kurzer historischer (unvollständiger) Abriss.
    Das Meiste lässt sich leicht nachlesen.

    Als noch der kalte Krieg herrschte, unterstützte der Westen jegliche Despoten und religiöse Fanatiker in der ganzen Welt, welche die Drecksarbeit machten.
    Der Sowjetimperialismus war natürlich nicht besser. Aber darum geht es hier nicht.
    So wurden beispielsweise die Gotteskrieger in Afghanistan aufgerüstet, um den Sowiets Paroli zu bieten.
    Nach dem Sturz des Schahs im Iran und der Demütigung der V.Staaten wurde dieses Land zum Feind Nr. 1.
    Man ermutigte den Despoten Hussein das Land anzugreifen und lieferte Waffen, die das Gemetzel acht Jahre hinzogen, bis dieser sich wieder zurück ziehen musste.
    Als er den Fehler machte, über Kuweit herzufallen, folgte der 2. Golfkrieg.
    Nach dem ersten September 01 fand man Anlass über Afghanistan herzufallen, obwohl - wenn überhaupt - die Attentäter keine Taliban waren.
    Es folgte der Angriff auf den Irak (3. Golfkrieg), welcher mit Lügengeschichten vor der UNO rechtfertigt wurde.
    Der arabische Frühling hat aus meiner Sicht den Westen überrascht. Allerdings wollte man auch hier mitmischen und entledigte sich des Lybienchefs Ghadaffi, obwohl dieser im Volk stark verankert war (wenn uns beileibe nicht sympathisch).
    Die Bombardierungen waren längst beschlossene Sache, als die Franzosen darauf drängten. Den kleinen Diktator hat man auch gleich mal schnell liquidieren lassen.
    Den demokratisch gewählten Mursi in Ägypten wollte man nicht, da er panarabische Ziele verfolgte.
    Längst schon haderte der Westen mit einem Angriff auf den Iran. Die Unterstellungen, das Land arbeite an Kernwaffen konnte aber auch nicht belegt werden.
    Dieses Land hat, nebenbei vermerkt, seit etlichen Jahrzehnten niemand angegriffen.
    Der Iran wurde noch verschont, weil man sich nicht eine weitere Blammage leisten wollte/konnte und die militärischen Ressourcen der Nato gebunden sind.
    Die Unruhen in Syrien kamen just zur rechten Zeit um wieder Söldner und Gotteskrieger in Bewegung zu setzen.
    Schon seit über einem Jahr (überall nachsehbar) wartete man auf einen Anlass zu intervenieren. Die Türkei spielt hier auch eine immer unrühmlichere Rolle.

    . Endlich hat man einen Anlass, die Regierung des Landes zu bestrafen. Die Regierung, welche von den Russen gestützt ist. Es soll Giftgas sein.
    So traurig und dramatisch die Kämpfe im Land vonstatten gehen, möchte der Westen Drohnen einsetzen.
    Jeder Fachmann weiss, dass Drohnen nicht über Feind und Freund entscheiden kann.
    Wieder werden unzählige Zivilisten von am Computer gesteuerten Waffensystem zerfetzt werden.

    Demokratie wird gepredigt, obwohl die folgsamen Aliierten, die Arabischen Emirate, davon meilenweit entfernt sind. Jene finanzieren auch die Opposition in Syrien.
    Langfristiges Ziel des Westens: Eine unstabile Region, die innerlich zerstritten ist, und die man überrollen kann im Konkurrenzkampf mit den anderen Supermächten gleich östlich davor, China und Russland. Eine Sicherstellung von Erdöl und Bodenschätzen (siehe Mali).
    Die Zahlen der militärischen und vor allem auch zivilen Opfer in den verschiedenen militärischen Konflikten lassen sich sogar auf Wikipeida nachlesen.
    Nicht ganz unerheblich in dieser ganzen Diskussion ist die Tatsache, dass viele westliche Länder (die ganz Grossen voran) wirtschaftlich abgewirtschaftet sind und total verschuldet. Was macht man wenn man die Schulden nicht mehr zurück zahlen kann?
    Richtig. Man klaut was bzw. sucht Anlass für Krieg.
    Die Nazis habens Ende der 30er Jahre vorgemacht.
    Und nicht ganz unerheblich ist die Rolle diverser Geheimdienste und Kontrollbehörden, welche die Demokratien im Westen zu unterhöhlen suchen (wie die jüngsten Skandale deutlich machen). Die wenigen grossen Medienkonzerne von Bedeutung und die Nachrichtenagenturen wollen oder können kaum noch unabhängig recherchieren, berichten und kommentieren.

    Bin gespannt auf weitere Meinungen, gerne auch gerne konträre.
    Schöne Woche.
     
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  2. tapir

    tapir Parteilos

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    Grösstenteils einverstanden.

    Habe eben an anderer Stelle geschrieben, dass die USA, aber auch die anderen westlichen Länder gut daran täten, sich aus Konflikten des islamischen Bogens rauszuhalten. Mit Ausnahme Palästinas. Und mit Ausnahme einer drohenden/sich abzeichnenden nuklearen Proliferation (Iran).

    Ich bin der Meinung, dass in dieser Region nie Frieden und Ruhe einkehren wird. Weder mit noch ohne Beteiligung des Westens. Dies wegen der
    , archaischer Stammeskulturen und undiversifizierten Ökonomien (ausschl. Rohstoffe). In dieser Reihenfolge.

    Was die Taliban angeht, so gebe ich dir nur teilweise recht. Obwohl die Anschläge tatsächlich nicht von Taliban verübt wurden, so wurden sie jedoch von einem Taliban-Führer in Auftrag gegeben. Dieser Mann ist. m.E. dafür zu Recht zu Fischfutter verarbeitet worden.

    Item. Der Westen muss sich aus dem islamischen Bogen raushalten. Militarisierung der Grenzen, Schutz der christlichen, hiduistischen, buddhistischen Bevölkerungen vor den Gotteskriegern - knallhartes Containment also.
    Zudem muss der Westen aufhören, Rohstoffe von diesen Leuten zu kaufen. Und Waffen u.ä. an sie zu verkaufen. Man muss die buchstäblich in der Wüste stehen lassen und dafür sorgen, dass sie dort auch nicht rauskommen.

    Und wenn sich diese mittelalterlichen Gesellschaften irgendwann dazu durchrigen, sich zu zivilisieren, können sie wieder kommen.
     
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  3. razzar

    razzar

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    Wie genau kann sich eine Gesellschaft zivilisieren wenn die Herrscher dies nicht zulassen wollen? Da müssen doch zuerst die Herrscherclans verschwinden. Ich bin überzeugt dass die Gesellschaft zivilisiert wäre, aber nicht darf.
     
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  4. Loser

    Loser Parteilos

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    Ein ganz kleiner Fehler so mal nebenbei. Diejenigen, die am meisten den Hussein ermutigten, sind seine Nachbarn. Die hatten damals wie heute auch, kein Interesse daran, dass der Iran stark wird. Erst recht nicht als Mullahregime.

    Richtig, es ging aber nicht um deren teilnahme, sondern darum, dass sie Bin Laden nicht rauswerfen wollten.

    Unterstützt dafür aber Terroristen auf der ganzen Welt.

    Auch wieder falsch, hätte man eingreifen wollen, hätte man es damals schon tun können, weil der Abschuss und der Beschuss von Zivilisten, den NATO-Bündnisfall gerechtfertigt hätte.

    Der Krieg wurde aber nicht wegen der wirtschaftlichen Lage begonnen, sondern aus nationalem Irrsinn.

    Das geht schon aus zwei Gründen nicht: a.) weil die Schlitzaugen das nicht tun werden und b) man direkt am Mittelmeer (ich trau den Türken nicht), einen Mullah-Grossstaat sehen will.
     
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  5. Rico

    Rico FDP

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    Das rohstoffhungrige China würde mit Freuden den
    des Westens übernehmen.
     
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  6. San Pellegrino

    San Pellegrino FDP

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    Lasst uns abwarten welche Interessen die USA verfolgen.

    Oel gibt es quasi keins in Syrien. Auch wenn eine Gefahr der Destabilisierung in der Region besteht, die USA können vermehrt auf eigene Reserven zurück greifen.

    Bleibt Israel. Die Debatten im Kongress werden aufzeigen, welchen Rückhalt Israel noch hat.

    Interessant ist noch zu beobachten, dass die USA mit Saddam einen laizistischen Brutalo-Herrscher wegputzten, der Gadaffi eigentlich in der gleichen Kategorie angesiedelt war, etwas weniger der Mubarak. Der Assad ist laizistisch, Christen blieben weitgehend unbehelligt. Die Alternative ist ein Chaos.

    Alles was weggeputzt oder unterstützt wurde, rief religiöse Fundis auf den Plan, begleitet von muslimischen Terroristen. Die USA können machen was sie wollen, es ist immer falsch.
     
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  7. Loser

    Loser Parteilos

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    Jo, sogar ihre Feiertage konnten sie feiern.

    Muslime sollen ja auch nur von Muslimen gekillt werden, nicht von pöhsen Ungläubigen. Egal, wieviele Menschen so einer umgebracht hat, die Solidarität unter den Brüdern ist riesig, wenn es gegen andersgläubige geht.
    Im Fall Syrien ist es nochmals anders. Man weiss heute, dass wenn sich ein Konflikt hinzieht, das Chaos umso grösser wird und Fundis anzieht, wie Hundegaggi die Fliegen. Assad ist dazu noch ein Verbündeter des Mullahregimes und die unterstützen bekanntlich jeden Fundi. Man hätte also gleich zu beginn des Konfliktes eingreifen sollen, als die Lage noch übersichtlich war und die Rebellen nicht von den Fundis untwerwandert.
     
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