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Malaria

Dieses Thema im Forum "Vorsorge- und Gesundheitspolitik" wurde erstellt von seven, 18. 03. 2016.

Malaria 4.5 5 4votes
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  1. seven

    seven

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    Hallo Zusammen

    Sommerzeit, Ferienzeit, Reisezeit. Dieses Jahr soll es sagen wir mal nach Ghana in Afrika gehen. Unter anderem hat das Land Kolonialgeschichte, Aschantis (Volk), Zu-Fuss-Safari und Malaria zu bieten. Gegen die Malaria soll laut Tropeninstitut eine Malariaprophylaxe eingenommen werden. Malaria ist je nach Form eine Hypothek fürs Leben und ausser man benimmt sich paranoid wird man vor Ort ganz sicher einmal von einer Mücke gestochen. In Abwägung von Empfehlung, Risiko, Reue und Nutzen scheint es mir sinnvoll die Medikamente vor der Reise zu kaufen und mit der Prophylaxe zu beginnen.

    Ja, und beim Kaufen beginnt mein Problem: Malariamedikamente sind rezeptpflichtig. Ich kann mich zwar im Internet genau informieren welches Medikament ich in welchem Land brauche (Je nach Resistenz) inkl. Angaben zu Name, Hersteller, Generika, usw. doch kaufen kann ich es nicht ohne Rezept. Ich Reise viel, habe viel Erfahrung mit Malariaprophylaxe, weiss welche Medikamente ich vertrage und halte mich auf dem laufenden bei dem Thema.

    Trotzdem: Ich muss zum Arzt, der Arzt schaut auf der gleichen Homepage nach wie ich und stellt mir dann ein Rezept aus. Eine Konsultation für nichts, Kosten für nichts, viel Zeit vergeudet für nichts.

    Kann mir jemand erklären warum ich Malariamedikamente nur gegen Rezept bekomme?

    P.S. Bitte keine Beiträge über Sinn und Unsinn von Malariaprophylaxe oder Malariamedikamente
     
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  2. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Nun, Rezeptpflichtig sind ja meist diejenigen Medikamente, die relativ leicht falsch angewendet werden können (z.B. falsch dosiert) und die bei falscher Anwendung erhebliche Nebenwirkungen haben können. (Sowie natürlich diejenigen mit Missbrauchspotential.) Ich gehe davon aus, dass etwas davon auch bei den Malariamedikamenten zutrifft.

    Du wendest natürlich ein, dass du ja bereits grosse Erfahrung mit der Anwendung dieser Medikamente hast und zudem schlau genug bist, die notwendigen Informationen zu recherchieren, zu verstehen und korrekt umzusetzen. Das mag auf dich zutreffen, aber es trifft nicht auf alle Reisenden zu (Weil sie entweder nicht erfahren sind oder weil sie, was ja bei vielen Menschen der Fall ist, nicht in der Lage sind Informationen zu recherchieren, zu verarbeiten und entsprechend zu handeln). D.h. für einen nennenswerten Teil der potentiellen Empfänger von Malaria-Medis wird es durchaus Sinn machen, einen Arzt zu konsultieren.
    Und einen Mechanismus, der notwendige von nicht-notwendigen Konsultationen trennt, dürfte in solchen Fällen nicht so leicht zu implementieren sein. Das käme dann ja quasi einem Blanko-Rezept gleich, was sicherlich nicht erwünscht ist, auch, weil es ein ziemliches Missbrauchspotential eröffnen würde. (Beispiel: Person x hätte ein Blanko-Rezept um währen 10 Jahren Medikament Y beziehen zu können - da klappert Person X sämtliche Apotheken der Region ab, häuft sich einen Vorrat an und verkauft den nachher Online an Leute, die aus irgendwelchen Gründen an Medikament Y kommen wollen, ohne einen Arzt zu konsultieren.)

    Der sinnvolle Weg für dich scheint mir daher zu sein, dir einen Arzt zu suchen, mit dem du ein gutes Einvernehmen hast und der aus Erfahrung weiss, dass du aus Erfahrung weisst. Das dürfte dann wenigstens die Konsultationsdauer erheblich verkürzen, wenn du ihm vorher einfach ne Mail schreibst wo drin steht wohin du willst und was du brauchst und er dir weitgehend vertraut, dass das stimmt.
     
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  3. Rico

    Rico FDP

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    Da Du offenbar erfahren bist in Malaria-Prophylaxe, wird Dir Dein Arzt auch schön häufig ein entsprechendes Rezept ausgestellt haben. Da wäre ja dann die Variante, dass der Arzt Dir das Rezept auf Anfrage einfach per Mail zustellt.

    Ich mache es jedenfalls so. Mein Arzt sieht mich mehrmals pro Jahr und kennt mich, als Kunden seit über 15 Jahren (vorher schon privat). Bei mir geht's zwar nicht um Malaria, sondern um andere rezeptpflichtige Medikamente. Wenn das Rezept abläuft und ich nicht grad bei ihm bin oder in den nächsten Wochen sein werde, mach ich ihm ein Mail und bitte ihn, mir ein neues Rezept auszustellen und zu mailen oder es direkt an die Apotheke zu faxen oder mailen, wenn die mir die Medis schon im Voraus abgegeben haben. Kosten hat diese Lösung bei mir noch nie verursacht und wir haben das schon mehrmals so gemacht.
     
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  4. seven

    seven

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    Danke für die Beiträge.

    Etwas überspitzt läuft es darauf hinaus die Sache 'privat' zu regeln. Mit 'privat' ist gemeint über Beziehungen zu einem Arzt. Das Vorgehen scheint mir ja auch das logiste und das einfachste, doch irgendwie erinnert mich das immer an Patrizia D'Addario (Callgirl) welche angeblich wegen Problemen mit einer Baubewilligung die Nähe zu Herrn Berlusconi gesucht hat um die Sache eben über 'Beziehungen' zu lösen. Der Vergleich ist überspitzt, doch es muss doch möglich sein ohne 'Beziehungen' Dinge zu regeln.

    Einer der grossen Werte der Schweiz ist ja eben, dass man hier die offiziellen Wege funktionieren und man effizient ohne deren Umgehung zum Ziel kommt.

    Warum schottet man dann Malariamedikamente für einen erfahrenen Nutzer mit einem Monopol (Arzt, Apotheker) so massiv von der Effizienz ab? Warum gibt es nicht noch den Weg der Eigenverantwortung wo man in der Apotheke gegen Unterschrift für Risikoübernahme auf Eigenverantwortung die Medikamente beziehen kann?

    @Alexander, Die Theorie über das Leerkaufen des Marktes ist mir zu weit hergeholt. Wegen mir bei einem extrem seltenen Produkt wie Rolling-Stones-Tickets aber die sind ja heute auch geschützt.
     
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  5. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Ich hab nichts in die Richtung von "Leerkaufen des Marktes" geschrieben... da musst du was falsch verstanden haben.

    Was ich sagte ist, dass längerfristige "Blanko-Rezepte" ein Risikopotential beinhalten, weil sich dann nur schwer kontrollieren lässt, wie viel mit diesem Blanko-Rezept gekauft wird (deswegen sagte ich: mehrere Apotheken abklappern) und ob dies für den Eigenbedarf passiert. (Ein Weiterverkauf rezeptpflichtiger Medikamente ist ja durchaus nicht "weit hergeholt" sondern ein realer und lukrativer Markt).
    Kurzfristige und an eine bestimmte Apotheke gebundene "Wiederholungsrezepte" sind hingegen ja bereits heute normal. Wenn du heute mit einem Rezept für ein Medikament welches du z.B. max 20 Wochen lang einnehmen darfst in die Apotheke gehst, wird dir der Apotheker normalerweise ein 'Wiederholungsrezept' in seinen PC speichern, mit dem du dann während diesen 20 Wochen neue Rationen holen kannst. Aber das funktioniert eben nur zeitlich limitiert und an eine bestimmte Abgabestelle gebunden, wegen oben genannter Überlegungen.
     
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  6. Forteleon

    Forteleon FDP

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    als tropenreisender muss ich da schon ein wenig lachen. ich habe mich nie an meinen Hausarzt gewandt, weil es sich nämlich um ein Spezialgebiet handelt. am besten geht man dazu in ein grosses Spital, beispielsweise die Insel in Bern, die bieten eine fachlich hochstehende spezifisch individuelle Beratung dazu an. das herumquacksalbern mit einem Hausarzt würde ich nicht empfehlen, der weiss von Ghana nichts und von Malaria fast nichts! es geht hier übrigens nicht darum einfach eine Prophylaxe zu verschreiben, sondern nach einer risikoabklärung gemeinsam mit dem Patienten auszuloten, welche lösung gewählt wird, nicht nur für die Malaria, sondern auch noch für einige andere dinge. die Vorstellung, dass es sich dabei nur um eine rezeptausstellung handelt, ist mit Verlaub gesagt je nach Exposition ziemlich naiv!
     
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  7. seven

    seven

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    Malariamittel sind keine Hustenbonbons. Die falschen Mittel im falschen Land nutzen nichts. Die falschen Mittel beim falschen Menschen können zu psychischen auffälligkeiten der unangenehmen Art führen.
    Trotzdem, ich wäre bereit in Eigenverantwortung, mit Unterschrift und auch auf Risiko als komplett naiv dazustehen, mir die passende Malariamittel-Medikation herauszusuchen und für begangene Fehler selber gerade zu stehen.
    Warum geht das nicht? Das muss doch ein Grund haben.
     
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