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Komplementärmedizin

Dieses Thema im Forum "Vorsorge- und Gesundheitspolitik" wurde erstellt von Janus, 9. 02. 2009.

Komplementärmedizin 4.6 5 5votes
4.6/5, 5 Bewertungen

  1. Beat

    Beat Parteilos

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    AW: Komplementärmedizin

    @ Darovit:
    Wenn Du noch keine solche Studie gesehen hast, heisst das nicht, dass es sie nicht gibt.
    Die Homöopathie hat nämlich längst Eingang in die Medizinwissenschaft gefunden und wird darin ernst genommen. In vielen homöopathischen Arzneimitteln können Stoffe nachgewiesen werden, die auch von der sog. wissenschaftlichen Medizin (auch Schulmedizin genannt) angewandt werden.
    Die Medizin ganz allgemein ist nämlich keine exakte Wissenschaft, voller empirischer Spekulationen, wesshalb sie eine klare Trennung zwischen sog. wissenschaftlicher und "alternativer" Heilmittel gar nicht vornehmen kann.

    Was aber homöopathische Arzneimittel auszeichnet, ist oft die Kombination verschiedener, natürlicher Wirkstoffe, die zusammen eine entsprechend positive Wirkung entfalten. Die Schulmedizin bekundet oft Mühe, solche Kombinationen anzuwenden.

    Und noch eine generelle Bemerkung: Bei allen Teraphien ist der psychologische Faktor von entscheidender Bedeutung. Dieser Tatsache sollte sich die medizinische Wissenschaft vermehrt widmen und auch die Aerzte entsprechend ausbilden.
    Und ich bin einverstanden, dass bei der Beurteilung eines Medikaments, gleich welcher Herkunft, letztendlich der Heilungserfolg zählen sollte.
    :eek:
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. 02. 2009
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  2. Darovit

    Darovit

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    AW: Komplementärmedizin

    @Beat
    Ich stimme dir im groessten Teil der Sache zu. Natuerlich spielt Psychologie immer eine Rolle, und die Aerzte sollten sich viel mehr auch mit den Patienten als nur mit der Krankheit beschaeftigen.
    Ich spreche auch nicht davon, dass die Komplementaermedizin keine Heilwirkung haben kann, das kann sie vielleicht schon. Nur ist ihre Wirkung, im Gegesatz zu ihren inhaltlichen Arzneien nicht belegt.

    ... entfalten koennen... muss man da sagen.
    Bring mir eine Studie, die mir beweist, dass die Komplementaermedizin wirkt.

    Siehst du, wenn ich Husten habe, und Hustensirup schlucke, dann kann ich sicher sein, Psychologie hin oder her, dass das Ding auch wirkt. Dasselbe mit Aspirin oder aehnlichem. Man kann hier nachweisen welche Stoffe, wie auf den Organismus wirken, und zwar unabhaengig vom Individuum.
    Dies ist bei der Komplementaermedizin einfach nicht gegeben. Also gibt es null serieoese Hinweise auf deren.
     
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  3. aristo

    aristo

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    AW: Komplementärmedizin

    Die sogenannten Hausmittel sind sehr bewährt, auch die Kräuter- und Pflanzenmedizin ist von den Wirkstoffen modernen Medikamenten oft ebenbürtig, ja sogar von den geringeren Nebenwirkungen her sogar besser. Nur fliessen da natürlich keine Forschungsgelder hinein, da heute erst Gelder fliessen, wenn die Privatwirtschaft auch seinen Teil dazu gibt.

    Die Wirkstoffe, die wir in Pflanzen finden sind oft von besserer Qualität als die synthetisierten. Ausserdem wird der Anamnese in der alternativen Medizin viel mehr Gewicht gegeben – keine schnelle Abfertigung ala ja dann schlucken sie mal teure Antibiotika die Krankenkasse zahlt ja, wie ich es schon oft erlebt habe.

    Was die Innere Medizin, Inflamationen, leichtere Krankheiten und Beschwerden ect. betrifft sind Hausmittel und die Komplementär-Medizin der Pillenschluckerei oft überlegen – Ich möchte darauf hinweisen, dass ich jedoch die heutige High-Tech Chirurgie zu schätzen weiss, der Fortschritt in diesem Bereich ist gewaltig. Auch Impfen ist absolut sinnvoll, spätestens nachdem sich gerade in den letzten Tagen herausgestellt hat, dass der Anti-Impf-Arzt seine Ergebnisse fadengrad gefälscht hat, sollten Impf-Skeptiker eigentlich verstummen.

    Was ich jedoch absurd fände, wenn jeder Quacksalber über die Krankenkasse abrechnen könnte. Das würde Tür und Angeln zu Missbrauch öffnen.
    Wichtiger halte ich die Förderung der Prävention und da das wissen um Hausmittel verloren geht und Leute mittlerweile bei jeder kleinsten Erkrankung gleich zum Notfallspital gehen, vielleicht auch an den öffentlichen Schulen wenigstens das Fach Einführung in die Humanmedizin, das man gleich mit dem Sportunterricht kombinieren könnte.
     
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  4. Darovit

    Darovit

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    AW: Komplementärmedizin

    Da bin ich auch einverstanden, dass Fieberwickel oder solche Art Hausmittel sicherlich effektiv sein kann. Oder irgendwelche Erkaeltungstees, aber dafuer braucht es doch nun wirklich keine Komplementaermedizin in der Grundversicherung. Das funktioniert doch auch ohne diese. Wovon ich rede ist Homoeopathie oder chinesische Heilmethoden.

    Das im Gesundheitssystem viel zu oft Antibiotika verordnet wird, will ich auch gar nicht abstreiten. Das ist allerdings auch kein Argument fuer die Komplementaermedizin.

    Tatsache ist, dass bei statistischen Untersuchungen Falsifizierungen und Heilungen einfach nicht uebr das herausragten was man unter einem Placeboeffekt oder Zufall verbuchen kann.

    Hier ist auch noch etwas aus dem Netz.

    http://www.faz.net/s/RubF3CE08B362D244869BE7984590CB6AC1/Doc~EFE6249A7501E4254B8EEA47E0CA266ED~ATpl~Ecommon~Scontent.html
     
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  5. fragile

    fragile Erfahrener Benutzer Keine_Parteiangabe

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    AW: Komplementärmedizin

    Ich denke, wir operieren hier mit Schlagwörtern: Schulmedizin contra Alternativmedizin. Das ist gefährlich und wenig sinnvoll. Die Wahrheit liegt oft irgendwo in der Mitte: Beides hat etwas für sich. Und beides hat seine Berechtigung. Und bei beiden kommt es aus die Krankheit an, auf den Patienten, und auf den Therapeuten (Arzt).

    Nehmen wir mal als Beispiel eine psychische Erkrankung. Wie wir wissen, werden psychiatrische Behandlungen von der Krankenkasse übernommen. OBWOHL viele der dort angewandten Methoden NICHT (noch nicht) exakt-wissenschaftlich belegt sind.

    Gehen wir jetzt einige Jahrzehnte zurück: Da haben Elektroschocks noch zur Schulmedizin gehört. Und was sagt die "Schulmedizin" heute dazu? Nur noch ganz ganz selten werden solche Methoden angewandt...

    Oder nehmen wir die These, wonach viele Krankheiten sowohl eine körperliche wie auch eine psychische Ursache haben. Kaum mehr ein seriöser Arzt wird dieser These widersprechen. Trotzdem behandelt die Schulmedizin grösstenteils nur die körperlichen Symptome...

    Etwas überspitzt liesse sich heute vielleicht sagen: Unser Krankenkassensystem sei ein verstecktes System zur Subventionierung unserer Pharma-Industrie (Chirurgie mal ausgenommen)...

    Ich denke schon: Wenn wir mit den Schlagworten "Schulmedizin contra Alternativmedizin" operieren, machen wir uns das etwas zu einfach...

    Übrigens gibt es immer mehr "Schulmediziner", die sich (zusätzlich) auch in einer alternativen Heilmethode ausbilden. Vom Ansatz her finde ich das eigentlich auch richtig: Eine Art "Hausarztmodell" -> Wenn der Arzt, der mich und mein "Bobo" kennt, befindet dies-oder-jenes sei eine für mich geeignete Heilmethode, so sollte die Krankenkasse dies auch bezahlen.
     
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  6. Beat

    Beat Parteilos

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    AW: Komplementärmedizin

    Nein, Darovit, dieses kategorische Statement ist falsch, es stimmt einfach nicht. Es gibt x Studien, die die Wirksamkeit naturheilkundlicher Mittel bestätigen. Dasselbe gilt auch für sog. chinesische Heilmethoden, die in dortigen Universitäten erforscht und gelehrt werden. Schliesslich sind die Chinesen nicht die Dümmsten.

    Ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass hier die finanzstarke Heilmittelindustrie alles daran setzt, solche Studien zu verhindern oder existierende unter den Teppich zu wischen. Es stehen Milliardengewinne auf dem Spiel und deren Lobby ist sowohl in der Politik wie auch an den Universitäten munter aktiv.
    Wenn ich mir den von Dir verlinkten Artikel ansehe, werde ich in meinem obigen Statement nur bestärkt. Die darin enthaltenen Diffamierungen stinken allzusehr.

    Wenn es heute Aerzte gibt, die sich auch oder gar hauptsächlich zu alternativer Medizin ausbilden, so bedeutet dies, dass sie auch an unseren Universitäten erforscht und gelehrt wird.

    Der Mensch ist nicht ein chemischer Prozess, den man einfach durch Beigabe von chemischen Substanen negativ oder positiv beeinflussen kann.

    Es ist auch zu bemerken, dass selbst einige klassische Heilmittelhersteller den terapeutischen Wert von Naturheilmittel erkannt haben und deren Wirkstoffe zu modernen Heilmitteln verarbeiten. Dies ist mir bekannt im Bereich der Behandlung von Rheuma und Arthrose, aber ich kenne lang nicht Alles.

    Wenn nun die KK nur die teuren "wissenschaftlichen" Heilmittel vergüten sollen oder wollen, so ist das in hohem Grade pervers. Wie bereits erwähnt, sollte eigentlich der Heilungserfolg ausschlaggebend sein, wenn dieser zu geringeren Kosten erhältlich ist, so wäre das im Interesse der KK und der Volkswirtschaft.
    :eek:
     
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  7. Janus

    Janus Guest

    Neuer Benutzer
    AW: Komplementärmedizin

    Meine Mutter pflegte zu sagen: Ohne Medikamente dauert eine Erkältung eine Woche, mit Medikamenten nur noch 7 Tage...

    Die Forderungen des Initiativkomitees tönen ja nicht schlecht:

    Forderungen

    Integrative Medizin fördern
    Zusammenarbeit von Schul- und Komplementärmedizin
    Heilmittelschatz bewahren
    - Erhaltung der traditionellen Heilmittelvielfalt und Sicherung der bestehenden Abgabekompetenzen
    - Abgabe der Heilmittel durch Fachpersonen
    Berufsanerkennung und Qualitätssicherung von nichtärztlichen Therapeuten
    - Rechtliche Anerkennung für qualifizierte Therapeuten (nationale oder kantonale Diplome)
    - Mehr Sicherheit für die Patienten/-innen
    - Vergütung wie bisher über die Zusatzversicherung
    Fünf ärztliche Leistungen wieder in die Grundversicherung aufnehmen
    Folgende ärztliche Leistungen der Komplementärmedizin sollen wieder von der Grund*versicherung vergütet werden, weil sie die gesetzlichen Vorgaben erfüllen:
    - Anthroposophische Medizin
    - Homöopathie
    - Neuraltherapie
    - Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)
    - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
    Lehre und Forschung fördern
    Forschung und Lehre an öffentlichen Institutionen wie Universitäten und Fachhochschulen


    Die Initiative wurde aber zurückgezogen und statt ihrer wird dann über den Gegenvorschlag befunden
     
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