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Elektroautos

Dieses Thema im Forum "Umwelt- und Energiepolitik" wurde erstellt von Guest, 28. 01. 2009.

Elektroautos 4.3 5 3votes
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  1. monokel

    monokel Parteilos

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    Kann gut sein, die geben in diesem Bereich recht Mühe die Recycling Rate zu erhöhen. Probleme haben sie aber immer noch und zwar das Lithium wieder zu verwenden. Auch da, alles was mit Lithium-Ionen Akkus zu tun hat, steckt enorm viel graue Energie drin. Hier ein Bericht vom 2014, mittlerweile sind 3 Jahre vergangen. Was mir auffällt ist die Tatsache ist dass mehr vom Antrieb als vom Akku erzählt wird, dabei ersehe ich diesen Energiespeicher eigentlich als eines der wichtigsten Teile vom ganzen Fahrzeug. Auch das Thema Akku im Winterbetrieb ist wichtig, kälte ist sehr schlecht für den Li-Ionen Akku (bis zu 20-30% geringere Reichweite, ab -25° können übrigens der Li-Ionen Zellen einfrieren), dazu kommt dass der Mensch im Auto nicht frieren will bzw. eine geeignete Heizung eingebaut werden muss und das ist einer der wahren Stromfresser. In Kombination Kälte und Heizung kann der Akku "kollabieren". Auch dieses Thema wird (bewusst?) verschwiegen. Wie ist das beim Tesla gelöst? BR Leuthard fährt ja einen Tesla, die will ja auch nicht frieren im Winter. Wie schon Beat erwähnt hat: Die Betriebszahlen bei Tesla sehen nicht gut aus, dank den Investoren kann Tesla (noch) produzieren, dafür müssen die Arbeiter "Blut schwitzen" um das ganze noch rentabler zu machen. Unter dem Strich siehts aber bei Tesla schlecht aus.
    Diesbezüglich sehe ich zurzeit in einem Hybridfahrzeug (Verbindung Ottomotor mit elektr. Antrieb) wesentlich mehr Potential als ein zu 100% elektrisch betriebenes Auto. Mir dünkt sowieso dass da bewusst auf Panikmache gemacht wird. Ich weiss noch vor der neulichen Abstimmung Energiestrategie 2050 die Befürworter sehr schlechte Beispiele gebracht haben zB. dass Indien bis 2030 nur noch elektr. Mobilität zugelassen wird...schön...die Befürworter der Eenrgiestrategie 2050 haben aber eins vergessen: Indien hat zurzeit 29 AKW's in Betrieb, weitere sind in Planung od. werden bereits gebaut. Bei uns passiert genau das Gegenteil...
     
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    monokel, 6. 08. 2017
    Last edited by monokel; at 6. 08. 2017
    #50
  2. Beat

    Beat Parteilos

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    Hier ein paar weitere, technische Überlegungen.

    Man hat sich endlich auf einen Einheitstecker für das Ladekabel für E-Autos geeinigt. Seine technischen Daten sind: 400V, 63A.
    Das heisst, 1-phasig oder Gleichstrom kann er 25,2kW bewältigen, 3-phasig 43'47 kW laden.
    Was bedeutet das praktisch?
    Für das Aufladen der Batterie über Nacht ist er durchaus genügend, kein Problem. Der Einsatz des E-Autos ist für tägliche Kurzstrecken (Einkaufen, Arbeitspendeln, usw.) ideal.

    Anders siehts aus für Langstreckenverkehr (Ferienreisen) aus. Nehmen wir mal an, man fährt 3 Stunden mit 100 - 120 km/h im Flachland. Dazu benötigt das Auto rund 20kW (man schleppt ja um die 500kg Batterie mit herum, das sind 7 durchschnittliche Personen). Nach 3 Stunden hat man somit rund 60kWh verbraucht, die Batterie dürfte leer sein. Die 100kWh-Batterie ist noch Zukunftsmusik. Nun sollte an der Tankstelle 66kWh (90% Wirkungsgrad) nachgeladen werden. Mit dem 43,47kW-Stecker dauert das 1 1/2 Stunden. Mit 25,2kW gar 2,6 Stunden. Relax - geh mit der Familie ins Resto! - alle 3 Stunden!

    Es wird ersichtlich, dass das E-Auto für Langstrecken (noch) nicht geeignet ist. Da könnte ein altes Konzept wieder interessant werden: Der Autozug.
    Man fährt Mit dem E-Auto zum Verladebahnhof, lädt es auf den Zug, steckt das Ladekabel ein, geniesst Abendessen im Speisewagen, räckelt sich im Schlaf- oder Couchettwagen. Es könnten auch Kino- Familien- Dancingwagen dabei sein, Wi-Fi inbegriffen. Anderntags verlässt man den Zug nach Frühstück mit aufgeladenem E-Auto nahe dem Ferienziel. Keine Staus, keine Autobahngebühren, kein Stress.
     
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  3. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Naja, die 100 kWh Batterie ist nicht im eigentlichen Sinne Zukunftsmusik, Tesla verbaut sie im Model S 100D und P100D ja serienmässig. Nur ganz günstig ist der Spass mit 100'000 .- halt nicht. Die kommen dann auch gut 600km weit mit einer Ladung, da bleiben für die allermeisten Fahrer wohl keine Wünsche mehr offen.
    Ausser eben, dass die meisten Fahrer sich sowas nicht leisten können und daher momentan ihren Blick höchstens auf Elektroautos mit 300 - 400 km Reichweite richten dürften. Also Model 3 (60kWh Batterie) oder sowas wie der Ampera-e aka Chevrolet Bolt (ich glaube ebenfalls 60kWh Batterie, holt aber ein bisschen mehr raus als der Tesla weil kleiner.)
    Realistischerweise muss man sich aber auch die Frage stellen: Wie oft kommt es vor, dass man Strecken von über 300km am Stück ohne Pause fahren muss.
    Ich behaupte mal bei einem Grossteil der PKW-Besitzer kommt das nicht gerade häufig vor.

    Wenn ich mich recht erinnere, ist das bei mir in den letzten fünf Jahren ein mal vorgekommen. Und auch da hätte es mich sicher nicht umgebracht, wenn wir zwischendurch mal eine Stunde an einer Raststätte halt gemacht hätten. Und wenn eine Familie mit dem Auto in die Ferien an die Nordsee oder nach Süditalien fahren will, dann sollte für so ein "einmal pro Jahr"-Event vermutlich auch ein Raststättenhalt alle drei Stunden verkraftbar sein. Sehe jedenfalls nicht, wieso es umsverrecken unmöglich sein soll sich ein 300-400-km-Auto zu kaufen, wenn man 363 von 365 Tagen im Jahr sowieso nur Kurzstrecke fährt und dann einmal in die Ferie hin- und zurück.
    Kurzum: Es gibt sicher Leute mit "Langstreckenbedarf". Aber die sind, denke ich, unter der Gesamtheit der PKW-Fahrer eine kleine Minderheit.

    Und für eben solche die nur einmal im Jahr "Langstreckenbedarf" haben (also z.B. Ferienfahrer) wäre Beats Autozug wohl wirklich gar keine so schlechte Idee. Oder aber man geht einfach gleich mit dem Zug und mietet sich dann am Zielort ein Auto, wenn man eins braucht.
    (Wäre vielleicht sogar ein Geschäftsmodell: Beim Kauf eines Elektroautos der Sorte xy sind zwei Wochen Automiete pro Jahr in ganz Europa inbegriffen oder so ;) Bei den teureren Tesla Modellen ist das Superchargen ja auch 'gratis' dabei.)
     
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    Alexander, 13. 08. 2017
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    #52
  4. monokel

    monokel Parteilos

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    1,5 Stunden? Booaah, dabei habe ich gelernt dass die Akkus möglichst langsam geladen werden dürfen, sonst gehe es auf Kosten der Akkuzellenlebensdauer? Das habe ich von einem Elektroingenieur der verbrauchte Werkzeug- & eBike Akkus aufbereitet, gesagt bekommen. Beispiel: Für mein eBike Akku mit 36V/12Ah/432Wh und einem Ladestrom von 42V/2A braucht dieser rund 5-6 Stunden Ladezeit bis er vollständig geladen ist (Akku vollständig entladen). Wobei das BMS (Battery Management System) immer kontrolliert dass sich der Li-Ion Akku niemals zu 100% entlädt, eine Restkapazität von ca. 10-20% ist immer vorhanden, ist allerdings nicht mehr verfügbar (Schutzschaltung). Das BMS ist aber auch für den Ladevorgang zuständig und managt alle Akkuzellen die alle gleich aufgeladen werden müssen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. 08. 2017
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    monokel, 13. 08. 2017
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    #53
  5. monokel

    monokel Parteilos

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    Wenn die eAutos auf den Markt kommen wird garantiert eine Recyclinggebühr erhoben werden und zwar massiv höher gegenüber der jetzigen Recyclinggebühr die erhoben werden. Zurzeit ist es so dass eigentlich nur die Gutbetuchten ein eAuto leisten können. Darum begreife ich die Autoindustrie nicht warum sie die Hybridfahrzeuge nicht forciert haben, Toyota hat diesbezüglich die Nase vorn und Toyota bietet der Prius schon seit längerem an (ca. 10 Jahre).
     
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    monokel, 13. 08. 2017
    Last edited by monokel; at 13. 08. 2017
    #54
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  6. Beat

    Beat Parteilos

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    An diese Variante habe ich natürlich auch gedacht. Immerhin bietet der Autozug den Vorteil, dass man nicht Gepäck zu und durch die Bahnhöfe schleppen muss.

    A propo 100kWh-Batterie: das Grundproblem bleibt dasselbe. Man kann 5 statt 3 Stunden fahren, dafür dauert das Aufladen dann auch mind. 2,6 Stunden (theoretisch). Siehe aber auch Monokels Einwand.
    Ausserdem dürfte die 100kWh-Batterie auch entsprechent schwerer sein, was zu erhöhtem Stromverbrauch beim Fahren führt.
     
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    Beat, 13. 08. 2017
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    #55
  7. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Der Verschleiss durch Schnellladen ist deutlich weniger gravierend als man bis vor ein paar Jahren noch dachte. Dies haben in den letzten Jahren mehrere Studien gezeigt.
    Zu bedenken ist hier auch, das in einem teuren Elektroauto natürlich eine ausgeklügeltere Ladesteuerung am Werk ist als bei einem E-Bike oder Handy.
    Mit High-Tech-Ladeelektronik haben die Akkus natürlich eine bessere Lebenserwartung.


    Auch die Entsorgung eines "herkömmlichen" Autos ist alles andere als gratis. Deswegen werden die schrottreifen Karren in der Schweiz ja gerne zum symbolischen Preis von 200 .- nach Ex-Jugoslawien verkauft, wo sie dank günstiger Automechs und fehlender Umweltvorschriften noch ein paar Jahre weiterfahren können, bis sie dann zum verrosten in den Wald gestellt werden.
    Würden Herr und Frau Schweizer sie stattdessen zum "Recycling" bringen, müssten sie ebenfalls Entsorgungsgebühren berappen.


    Wa den Hybrid angeht ist es halt so, dass nicht wenige der Hybrid-Modelle die auf den Markt geworfen wurden eigentlich ziemlich schwachsinnig waren. Insbesondere weil es ja meist keine Plug-In-Hybride waren, d.h. sie ihren ganzen Strom aus Benzinverbrennung gewonnen haben, wodurch die Verbrauchswerte wiederum gar nichtmal so berauschend waren, wie man das eigentich geträumt hätte.
    Demgegenüber sind die (sinvolleren) Plug-In-Hybriden auch wieder teurer. Sprich: Wer sich keinen Tesla Model 3 leisten kann, kann sich auch keinen Plug-In-Prius leisten. Der kostet in der Schweiz nämlich 47'000 aufwärts.

    Ich vermute mal, dass mit dem Fortschritt der E-Autos die Hybriden in den nächsten 10 Jahren ziemlich rasch einen Abgang machen und verschwinden werden. Einen Verbrennungs- und einen Elektromotor gleichzeitig an Bord zu haben dürfte mittelfristig weder preislich attraktiv sein noch von der Effizienz her (unnötiges Zusatzgewicht).



    Mein Grundargument bleibt auch das selbe: Wie viel Prozent der Automobilisten haben das echte Bedürfnis, mehr als 5 Stunden am Stück über die Autobahn zu fahren. Ich glaube wenige.

    Das höhere Gewicht der Batterie scheint sich übrigens nicht allzu gravierend auf die Effizienz des Fahrzeuges auszuwirken.
    Wenn ich einen 75er mit einem 100er Tesla Model S vergleiche, so hat der 75er zwar (wenig überraschend) ein bisschen bessere "Reichweite pro kWh"-Werte. Aber eben nur ein bisschen. (6,53 vs 6,32 km pro kWh).
    Beim günstigeren Model 3 scheint die Effizient übrigens trotz des geringeren Gewichts etwas schlechter zu sein (etwa 5,9). Liegt vermutlich an der billigeren Motorisierung. Kann mich aber auch irren, da ich die technischen Daten des Model 3 nicht alle zuverlässig im Kopf habe und gerade zu faul zum Suchen war ;)
     
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