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Einheitskrankenkasse

Dieses Thema im Forum "Vorsorge- und Gesundheitspolitik" wurde erstellt von Wolf, 20. 10. 2011.

Einheitskrankenkasse 4.4 5 5votes
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  1. Wolf

    Wolf svp

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    Das Schweizer Volk wird über die Einheitskrankenkasse abstimmen können. Es sind bereits über 100'000 Unterschriften gesammelt worden.

    Bin ja mal gespannt wie sich das Volk entscheiden wird und wie bei einer allfälligen Annahme die Auswirkunken sein werden. Ich persönlich befürchte, dass sich im grossen und ganzen nichts ändern wird. Die Prämien werden trotzdem jedes Jahr steigen und die Zusammenführung der verschiedenen Kassen wird auch Millionen wenn nicht Milliarden verschlingen. Die Einheitskasse wird wenn ich es richtig verstanden habe, nur die Grundversicherung abdecken. Heisst das, dass jeder nachher eine Grundversicherung hat und die Zusatzversicherung noch zusätzlich bei einer privaten Versicherungsgesellschaft abschliessen muss? Wird unter dem Strich nachher nicht alles teurer? Gerne höre ich eure Meinungen dazu, da ich sehr spektisch gegenüber einer Einheitskasse bin.
     
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  2. Alexander

    Alexander Parteilos

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    AW: Einheitskrankenkasse

    Also zunächst einmal glaube ich nicht, dass die Einheitskasse dieses mal durchkommen wird.
    Die Bürgerlichen haben hierzulande schliesslich die Deutungshoheit über (bzw. gegen) die Realität und werden sicherlich erneut massiv Stimmung gegen eine solche Kasse machen.
    Jetzt momentan (wo man wieder eine Weile nichts zum Thema gehört hat) stehen zwar die Chancen laut Umfragen scheinbar gut für eine Einheitskasse (66% dafür) - aber wenn es dann tatsächlich zur Abstimmung kommt, wird die Propaganda dies vermutlich schnell wieder rumreissen - wie das letzte mal.


    Dass es hingegen sinnvoll wäre, wenn die Einheitskrankenkasse durchkommen würde, glaube ich sehr wohl.

    So wie ich es sehe, gibt es eigentlich nur zwei Gründe, wieso die Bürgerlichen gegen eine solche Kasse sind:

    Der erste Grund ist ideologischer Natur: Eine Einheitskrankenkasse widerspricht scheinbar den Prinzipien der freien Marktwirtschaft und ist somit in den Augen vieler sowieso ein teuflisch- und/oder kommunistisches Konstrukt.
    Real gesehen ist diese ideologische Hemmschwelle natürlich schwachsinnig, zumal x-fach nachgewiesen wurde, dass im Bereich der Krankenkversicherung die freie Marktwirtschaft NIEMALS sinnvoll funktionieren kann.

    Der zweite Grund ist 'vetternwirtschaftlicher' Natur: Die Bürgerlichen sind via Verwaltungsratsmandate, Spendengelder etc. tief mit der Krankenkasse-Lobby verbandelt. Würden sie eine Einheitskrankenkasse zulassen, würden sie ihre persönlichen finanziellen Einnahmen sowie die Einnahmen ihrer Partei verringern.
    Dass das Volk allerdings eher ungern zu hohe Prämien zahlt, damit der Gesundheits-Filz weiterhin absahnen kann, versteht sich von selbst.


    Die Gründe für die Kasse hingegen dürften bekannt sein:

    - Geringere Verwaltungskosten, deutlich geringere Managment-Kosten
    - Fast kompletter Wegfall der Werbe- und PR-Kosten
    - Stärkere Verhandlungsbasis gegenüber Pharma-Multis & Co und somit vermutlich tiefere Medikamentenpreise
    - Bessere Behandlungsqualität und günstigere Kosten für bzw. durch chronisch Kranke (welche 80% der Kosten ausmachen), da eine Einheitskasse versuchen wird diese Patienten effizient zu behandeln anstatt sie zur Konkurrenz abzuschieben.




    Übrigens, in eigener Sache:
    Meine Kasse (die ich jetzt natürlich wechseln werde) schlägt von diesem aufs nächste Jahr bei mir 45% (!!!) auf (Selbe Leistung, selbe Kategorie, selbe Franchise).
    So viel zum Thema 'die durchschnittlichen Prämien steigen um 2,2%'
    Sowas zwingt einen ja fast zum Wechseln (gerade wenn man wie ich in seinem ganzen Leben noch nie einen Rappen von der Krankenkasse gesehen hat) - und das verursacht nicht nur mir Aufwand, sondern natürlich auch der Ex-Kasse und der neuen Kasse Verwaltungskosten.
     
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  3. Martina

    Martina

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    AW: Einheitskrankenkasse

    Was soll das Theater! Darüber haben wir bereits abgestimmt. Wüsste nicht, weshalb wir uns noch einmal zur Urne bemühen müssen! Das Ganze wäre ohnehin ein Flop, denn das Problem sind nicht die verschiedenen Kassen - das Problem ist das KVG! Ein von den Linken entwickeltes Konzept führt meist zu unendlich hohen Kosten und damit zum Kollaps (s. Kommunismus), das versteht sich von selbst. Ein System, bei dem es nur Profiteure gibt, kann ja nicht funktionieren! Und ein System, bei dem ein grosser Teil alle Leistungen gratis und franko erhält, ist zum Scheitern verurteilt. Solange das Problem nicht an der Wurzel gepackt wird, wird sich auch nichts ändern. Einheitkrankenkasse hin oder her. Machen Sie sich doch nichts vor!
     
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  4. Alexander

    Alexander Parteilos

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    AW: Einheitskrankenkasse

    Initiativen im Stil der "Masseneinwanderungsinitiative" wurden auch schon zig mal an der Urne verworfen.
    Der Grund warum sie wiederkommen ist der selbe: Die Initiaten erhoffen sich, dass sich die Meinung der Mehrheit zwischenzeitlich gewendet hat.


    Daran sind zwei Dinge witzig:

    - Wie hat es ein (angeblich) von Linken entwickeltes Konzept geschafft, dass es von den seit jeher bürgerlich dominierten Gesetzgebern durchgewunken wurde?
    - Wo bleiben die scheinbar nötigen Revisionen des KVG von rechter Seite? Das entsprechende Departement wird seit acht Jahren durchgehend von der FDP geführt und nach meinem Kenntnisstand hat sich die Problematik in diesen Jahren keineswegs entschärft.

    Kurz gesagt: Einmal ganz abgesehen von der allfälligen Revisionsbedürftigkeit des KVG - ein Argument gegen eine Einehitskasse ist dies sowieso nicht.
    Die Bürgerlichen haben nämlich ganz offensichtlich keinerlei eigene Verbesserungskonzepte als Alternative zur Einheitskasse auf Lager. Hier wird zwar das KVG kritisiert, aber keine Lösnungsmöglichkeit präsentiert.
    Stattdessen wird die Einheitskasse attackiert, denn diese gefährdet die finanziellen Interessen der Gesundheitslobby, welche diesbezüglich die Politik der Bürgerlichen steuert. Die 'Profiteure' von denen Martina spricht sind nämlich genau diejenigen, welche dafür sorgen, dass die Bürgerlichen gegen die Einheitskasse votieren werden.
     
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  5. Punkt

    Punkt Guest

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    AW: Einheitskrankenkasse

    Die SP-Dreyfuss hat das marode KVG hochgelobt und die Mehrheit der Stimmbürger hat ihr leider geglaubt.

    Das Obligatorium macht einen grossen Teil der Katastrophe aus.
     
  6. Alexander

    Alexander Parteilos

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    AW: Einheitskrankenkasse

    Scherzkeks.
    Ohne das Obligatorium würden die Reichen und Kerngesunden aus dem System aussteigen, die Kosten würden noch weiter explodieren, sodass die Ärmeren und die untere Mittelschicht zwangsweise aussteigen müsste, weil sie es nicht mehr bezahlen könnten. Wenn diese unversicherten Kleinverdiener nachher ernsthaft krank würden, müsste einfach am Ende der Steuerzahler ihre Behandlung berappen. Resultat: Steigende Prämien, steigende Steuern.

    Überlegen könnte man sich jedoch eine höhere Mindestfranchise von z.B. 1000 .-
    Sowie eine 'zusätzliche' kleine Franchise (eine Art Fallgebühr) bei andersartigen, von bisherigen Krankheitsverläufen unabhängigen Konsultationen.
    Dazu müsste man sich dann natürlich noch einen 'Rettungsschirm' für solche überlegen, die sich die höhere Mindestfranchise tatsächlich nicht leisten können.
    Mit solchen Massnahmen würde unter Umständen das sinnlose zum Arzt rennen von Hypochondern und Wellness-Patienten eingedämmt werden können.
     
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  7. Martina

    Martina

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    AW: Einheitskrankenkasse

    Durchgewunken hat das kein einziger bürgerlicher Gesetzgeber. Das war das Volk, das einmal mehr den Linken auf den Leim gekrochen ist, wie es das auch bei der unsäglichen PKZ getan hat, die uns noch viel mehr Ärger bereiten wird. Aber eben, was die Linken entwickeln und anpreisen, klingt meist gut, nur bei der Umsetzung happert es gewaltig...



    Wie ich schon zuvor erwähnt habe, kann man ein derartiges System kaum sinnvoll revidieren. Einzig sinnvoll wäre ja, das System komplett zu ändern. Alles andere ist Kosmetik und bringt auf lange Sicht gar nichts.
     
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