1. Willkommen auf POLITIK-FORUM.CH - der grössten interaktiven Politik-Plattform der Schweiz

    Über 3`600 registrierte Mitglieder, 6`800 Themen und 320`000 Beiträge!

    Folgen Sie uns auf Google+ / Twitter / Facebook
  2. Zutreffendes Statement von Benutzer Tapir mit 1800 Beiträgen an ein neues Mitglied:

    "Wenn du tatsächlich fundierte Kritik übst, dann hat wohl niemand etwas dagegen. Grundsätzlich üben wir hier eine Art "Selbstmoderation"
    Dieses Forum funktioniert, weil die User die Grenzen des Anstands kennen und (meist) wahren.
    Von Zeit zu Zeit geraten sich die User indes persönlich etwas in die Haare; sei davon nicht irritiert - man kennt und neckt sich hier teilweise schon ein Jahrzehnt."

Ein Deutscher im Schweizer Forum

Dieses Thema im Forum "Neu hier?" wurde erstellt von Buesi99, 12. 08. 2014.

Ein Deutscher im Schweizer Forum 4.5 5 4votes
4.5/5, 4 Bewertungen

  1. Pallas Athene

    Pallas Athene Keine_Parteiangabe

    Top Benutzer
    Registriert seit:
    8. 09. 2014
    Beiträge:
    335
    Zustimmungen:
    60
    Ja, in Deutschland gibt es die AfD und die NPD, aber mein Punkt ist ja, dass die in der Breite keinen Anklang finden, anders als im Rest Europas der FN, die Ukip, die Goldene Morgenröte, die Schwedendemokraten etc. und in der Schweiz die SVP, die ich nun nicht als weniger rechts als die AfD bezeichnen würde (die NPD mag tatsächlich ein ganz klein wenig rechter sein, ist aber eine völlig unbedeutende Splitterpartei wie in der Schweiz die ähnlich eingestellten SD). Mag sein, dass mein Bild von Deutschland aus der Ferne idealisierend ist, aber andererseits ist das Niveau der Debatten, die in den deutschen (Leit-)Medien geführt werden, namentlich den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern und den führenden Presseorganen, wirklich höher, selbst wenn man deren linke Stossrichtung nicht teilt - da vergleiche ich sehr ungern eine Arena oder einen Schawinski (lol) mit Anne Will und Konsorten.
    Aber ja, die Darstellung der Schweiz ist teilweise ungerecht, weil sie entweder als Hort krimineller Bankster oder dann sonst als komplett irrelevantes Heidiland dargestellt wird. Aber diese Einstellung macht aus meiner Sicht die Situation nicht schlimmer als die in der Schweiz, da auch unsere Medien so ihre lieben Vorurteile haben, und zudem hat Deutschland verglichen mit anderen europäischen Ländern keineswegs massive Probleme oder sich selbst festgefahren - es ist wirtschaftlich prosperierend und stünde politisch nur dann in einer Sackgasse, wenn die Themen, die tabuisiert werden, wirklich derart wichtig wären, dass selbst wenn die anderen Themen weiter beackert würden, die Tabuisierung dieser ersteren das ganze politische System lahm legen würden, was nun aber nicht zu erkennen ist.
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!
  2. Androygnous

    Androygnous

    Neuer Benutzer
    Registriert seit:
    19. 02. 2015
    Beiträge:
    18
    Zustimmungen:
    2
    Zwischen der SVP und der AFD gibt es essentielle Unterschiede. Während die SVP in der Schweiz die Pegida ablehnte, hat die AFD jene Bewegung in Deutschland unterstützt und Sympathie offen ausgesprochen. Die SVP ist also durchaus in der Lage, zu differenzieren und da würde ich auch dringend davon abraten, diese Partei mit Rattenfängern wie der NPD gleich zu setzen.
    Ich muss allerdings anmerken, dass ich persönlich lieber die Arena schaue als Anne Will oder Hart aber Fair. Vielleicht liegt das an meinen Wurzeln, aber ich genieße die Arena mehr als vergleichbare deutsche Sendungen, die politische Themen debattieren und wenn ich eine Sendung dann doch gelungen finde, dann ist das beispielsweise der rhetorischen Fertigkeiten eines Roger Klöppel zu verdanken, welche beim Thema Masseneinwanderungsinitiative die An- und Vorliegen der Schweiz in Deutschland äußerst gut vertreten hat. Ich als Befürworter jenes Volksentscheids habe es fast schon genossen, wie der Schweizer Journalist und Vertreter demokratischer Interessen - ich benenne den Entscheid der knappen Mehrheit nun einfach mal Entscheid der gesamten Schweiz, wenngleich das natürlich im Detail nicht korrekt ist - mit den repräsentativen Politikern aufgeräumt hat.
    Mit der einseitigen Darstellung der Schweiz meine ich keine Vorurteile, sondern irreführende Berichterstattung. So wurde über die Initiative gegen Masseneinwanderung enorm stark verallgemeinert und angegeben, dass die Schweiz die Einwanderung eingeschränkt hätten und so weiter und so fort - das bekannte Lied halt. Mit dem Entscheid wurde erstmals nur festgelegt, dass die Schweiz eigenständig über eine jährlich neu vergebene Kontingente die Einwanderung gemäß den Anforderungen der Wirtschaft regulieren darf. Es wurden keine konkreten Zahlen in der Initiative genannt und über die Themen zum Islam wurde ebenso einseitig berichtet. Ich kann das nun nicht alles genau wiedergeben, ist lange her, aber es war für mich als Schweizer der Bescheid weiß, mehr als beschämend. Es war entweder die FAZ oder die TAZ, weiß es nicht mehr genau.
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!
  3. Pallas Athene

    Pallas Athene Keine_Parteiangabe

    Top Benutzer
    Registriert seit:
    8. 09. 2014
    Beiträge:
    335
    Zustimmungen:
    60
    Man braucht aber kein Prophet zu sein, um zu wissen, was die Mehrheit der SVP-Mitglieder und -anhänger von Pegida hält; schau dich nur mal in diesem Forum um. Und die SVP hat Pegida auch nicht geradezu abgelehnt, sondern sie eher durchwegs nicht thematisiert, wohl weil man sich von dieser Verbindung keine gute Publicity verspricht. Die Verlautung von Wobmann, dass eine solche Bewegung in der Schweiz nicht nötig sei, da man ja entsprechende politische Instrumente habe und man erst auf die Strasse gehe, wenn diese erschöpft seien, lässt aber beispielsweise eher auf eine latente Zustimmung schliessen.
    Was den Rest betrifft, respektiere ich natürlich, wenn dir Sendungen wie die Arena mehr zusagen, aber mir ist die einfach meistens zu handsärmelig, oberflächlich, plaititüdenhaft (mein Eindruck eben, du hast offenbar einen anderen) und wenn ein Blocher beispielsweise sekundenlang um ein Wort ringt oder Teilnehmer - Politiker! - es zum Teil kaum fertigbringen, einen sinnvollen Satz zu äussern, erfüllt mich das nicht gerade mit Ehrfurcht.
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!
  4. tapir

    tapir Parteilos

    Top Benutzer
    Registriert seit:
    6. 01. 2006
    Beiträge:
    2.296
    Zustimmungen:
    71
    Geschlecht:
    männlich
    Ort:
    Zürich
    Ich würde eine NPD und eine AfD nicht im selben Atemzug nennen. Während die einen, wie du sagst, dumpfe Alt- und Neo-Nazis sind, ist die AfD eine liberal-konservative Partei, die noch immer in ihrer Konstitution begriffen ist. Ich schätze Bernd Lucke als überlegten, blitzgescheiten Ökonom, der viele Zusammenhänge sieht, die anderen Politikern abgehen (CDU) oder die aus ideologischen Gründen ignoriert und bekämpft werden (alle anderen). Lucke steht im Moment vor dem Problem, dass seine Partei zu schnell wächst; er läuft Gefahr, die Hoheit über die Werte und Einstellungen der neuen AfD-Mandatsträger zu verlieren. Das Hickhack um die Parteiführung zeigt, dass andere Köpfe seinen Platz an der Brücke ebenso beanspruchen. In dieser Phase der Partei-"Genese" ist dies gefährlich; die AfD droht zu zerfransen.

    Wenn Lucke es jedoch schafft, seine ordo-liberalen Grundsätze nachhaltig zu platzieren, gebe ich der AfD (die sich irgendwann in "Allianz für Deutschland" umtaufen könnte/sollte) durchaus Chancen, zu einer "kleinen Volkspartei" heranzuwachsen. In diesem Zusammenhang spielt die Entwicklung der FDP übrigens auch eine massgebliche Rolle.

    Was das "christliche" angeht, so meine ich, dass dies in Deutschland nunmal nicht anders geht. Rechts der Mitte ist entweder die katholische CSU oder nun die eher protestantische AfD (früher die CDU; die hat sich jedoch nach links verabschiedet...) Die Linken haben das Christentum durch den Sozialismus ausgetauscht - wo es aber glücklich weiterlebt (Hier ein interessanter Artikel zur "rührenden Liebe der Deutschen zum Kommunismus").

    Eine SVP blocherscher Prägung hätte auf dem politischen Parkett Deutschlands nicht den Hauch einer Chance. Bereits die sehr differenziert auftretende AfD wurde/wird in die Schmuddelecke gestellt. Einen Blocher würde in man Deutschland zerstören. Übrigens sind Teile der AfD durchaus islamkritisch eingestellt.

    Gut formuliert. Geht mir auch so.

    Auch hier: 100% einverstanden. Unnötig zu erwähnen, dass Lucke für mehr "Bürgerbeteiligung" einsteht.
     
    ---------------------------------------------------------------
    Jetzt kostenlos registrieren und mitdiskutieren!
Thema bewerten:
/5,

Diese Seite empfehlen