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Die AHV geht vor die Hunde

Dieses Thema im Forum "Sozial- und Familienpolitik" wurde erstellt von tapir, 27. 03. 2015.

Die AHV geht vor die Hunde 4.5 5 4votes
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  1. Beat

    Beat Parteilos

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    Man muss sich mal die Grössenordnung vorstellen: Ein jeder Jahrgung unserer arbeitenden Bevölkerun enthält um die 50'000 Personen. Der Abbau bei der UBS beträgt also ça 2/3 eines Jahrganges. Nun ist aber UBS nicht die einzige Bank in CH. Da gibts auch noch die CS, JB, RE, 26(?) KBs, etc, bei denen diesselbe Tendenz herrschen dürfte. Schliesslich müssen sie ja konkurenzfähig bleiben. Zusammengezählt dürfte der Abbau in der Bankbranche den Umfang von 2 bis 3 Jahrgängen erreichen.

    Um den Arbeitsmarkt einigermassen im ohnehin labilen Gleichgewicht zu halten, müssten also 2-3 Jahrgänge Arbeitssuchender "abgebaut", also das Rentenalter um 2-3 Jahre herabgesetzt werden. Und - in anderen Branchen herrscht dieselbe Tendenz.

    Stellt sich sofort die Frage: Wie wollen wir die zusätzlichen Jahrgänge AHV- und PK-Bezüger finanzieren?

    Gegenfrage: Was ist die Alternative? Einfach nichts tun, oder gar Rentenalter erhöhen?
    Das Ergebnis wäre, dass diese Jahrgänge nach der ALV in der Sozialhilfe landen. Wie aber finanzieren wir die zusätzliche Last der ALV und Sozialhilfe?
    Aber natürlich, wie bisher mit Steuergeldern. Also zusätzlicher Steuerbedarf. Warum denn nicht diese zusätzlichen Steuergelder direkt in die AHV steuern, statt den umständlichen, beschämenden, kostspieligen Umweg über die Sozialhilfe zu wählen?

    Neue soziale Ideen und Lösungen sind gefragt.
     
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  2. Forteleon

    Forteleon FDP

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    das ist eine ziemlich eindimensinale sicht auf das Problem. auch die paar tausend Roboter brauchen eine Wartung und vor allem sie müssen laufend nachprogrammiert werden. ausserdem werden aufgrund der Automatisierung ehemals unrentable wegrationalisierte arbeitsplätze in die schweiz zurückkehren. sprich wer nur die direkten verluste an Arbeitsplätzen summiert, greift eindeutig massiv zu kurz und übersieht wesentliche zusammenhänge ....
     
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  3. Beat

    Beat Parteilos

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    Nun, ich gehe davon aus, dass UBS bei der Nennung von 30'000 abzubauenden Arbeitsplätzen, bereits die durch die Technologie neugeschaffenen Arbeitsplätze berücksichtigt hat. Die Zahl ist also Netto.

    Das Lied von den "vielen neuen, technologischen Arbeitsplätzen" ist eben ein Trauergesang. Überlege mal: Würden denn die Unternehmer in Automatisierung investieren, wenn sie am Ende gleichviel oder mehr Arbeitnehmer bezahlen müssten? Dein allenfalls noch gesunder Verstand in unternehmerischem Finanzwissen müsste Dir klar antworten: NEIN.
    Wenn Du nun ausweichst und erwähnst, dass die neuen Arbeisplätze in neuen Technologiefirmen entstünden, welche z.B. bei den Banken die Automatisierung im Auftrag ausführen, dann überlege mal: wenn bei diesen Firmen ebensoviele Mitarbeiter nötig wären, wie beim Kunden Arbeisplätze wegrationalisiert werden, dann wären deren Kosten so hoch, dass sich die Rationalisieung nicht lohnt, nicht bezahlbar wäre.

    Der urtümliche Grund und Rechtfertigung für die Automatisierung ist doch gerade die Reduktion der zu bezahlenden Mitarbeiter.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. 10. 2017
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    Beat, 9. 10. 2017
    Last edited by Beat; at 9. 10. 2017
  4. Forteleon

    Forteleon FDP

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    weltweit beschäftigt die ubs nach eigenen aussagen 60'000 Personen. ich habe da bei deinen zahlen schon ein bisschen zweifel, weil in deiner äusserst zuverlässigen quelle ermotti plötzlich von 95'000 Personen spricht, die er bei der ubs beschäftigt haben will. übrigens arbeitet ungefähr ein drittel davon in der schweiz. nach deinen Berechnungen würden sich also wenn tatsächlich 50% der stellen wegfallen würden, also worst case, 10'000 leute wegrationalisiert, und nicht wie du schreibst 30'000 .... das einmal zu den nationalen Realitäten.
    nun aber zu den Realitäten. selbst wenn 10'000 stellen bei der ubs wegfallen würden, würden bei x verschiedenen Dienstleistern zusätzliche stellen geschaffen, die in dieser Rechnung mit garantie nicht drin sind....
    so gesehen hat die Digitalisierung sehr grosse Chancen gerade für die wirtschaft der schweiz, weil dadurch hochqualifizierte arbeitsplätze entstehen und gleichzeitig wieder produktionsindustrie angesiedelt wird. der Prozess der desindustrialisierung lässt sich so nämlich durchbrechen. ein Effekt den wirtschaftsbildungsferne Personen gerne übersehen, da ihnen die analysefähigkeit für die Erfassung der dazu notwendigen Informationen dummerweise abgeht ....
     
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  5. Beat

    Beat Parteilos

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    Erstens vertraue ich dem Patron der UBS, seine Firma besser zu kennen als Forteleon, der z.B. im Thread "99%" offenbarte, in der Materie nicht gerade sattelfest zu sein.
    Ausserdem - wenn schon, sollte man auch in français sattelfest sein:
    «Regardez UBS, nous employons un nombre significatif de collaborateurs, soit près de 95'000 personnes en comprenant les sous-traitants.
    Übersetzt: wir beschäftigen beinahe 95'000 Mitarbeiter, inbegriffen unsere Unterlieferanten.

    Ganz offensichtlich hast Du die von mir angeregten Überlegungen nicht angestellt, nämlich was denn die Motivation (der Motor) der Automatidierung (Digitalisierung) ist: Die über alles gerechnete Einsparung an Beschäftigten. Du kannst den globalen Trend der Reduktion von Arbeitsplätzen nicht wegreden. Es wird Verschiebungen geben, (gibt sie bereits) andere, neue Berufsbilder, aber über alles gerechnet eben weniger. Müsstest Du eigentlich auch erkennen, mit Deiner Analysefähigkeit für die Erfassung der dazu notwendigen Informationen.
     
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  6. Forteleon

    Forteleon FDP

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    ich bezweifle auch nicht dass da das auf französisch steht. trotzdem beschäftigt die ubs in der schweiz maximal 30000 Mitarbeiter samt Putzfrauen und Schaufensterdekorateuren ... dass sie also 30000 arbeitsplätze in der schweiz wegrationalisieren wird, wie du schreibst ist und bleibt völlig falsch .... ermotti sprich bezogen auf die 95'000 weltweit von 30000 und es wäre dann nicht überraschend, wenn deutlich weniger als 10000 in der schweiz wegfallen würden, weil unser Lohnniveau schon jetzt sehr hoch ist, sprich die ubs in der schweiz ein wahrscheinlich unterdurchschnittliches abbaupotential hat ....
    wer etwas von finanzmarkttheorie vesteht, der weiss auch, dass es je mehr bots es gibt umso höherqualifizierte men in the Loop braucht ...
    abgesehen, dass der kunde an der front, der ja den gspass auch bezahlt und zwar nicht mit den gebühren für die lohnkontoführung, sondern mit seiner Vermögensverwaltung, nicht mit mister Robot sprechen möchte ... auch da wird es gerade in der schweiz grenzen geben!
     
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  7. Beat

    Beat Parteilos

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    Du magst recht haben, was die Anzahl Beschäftigter in CH betrifft, ich hab das übersehen.

    Hingegen ist die Aussage Ermottis beachtenswert:

    In der Zahl von 95'000, welche um 30% reduziert werden soll, sind die Beschäftigten der Unterlieferanten eingeschlossen. Er will damit sagen, dass der Stellenabbau bei UBS nicht durch Auslagerung von Jobs stattfindet, sondern auch die Unterlieferanten betrifft.

    Wer sind denn diese Unterlieferanten?

    Neben den Lieferanten von Druckmaterial (Papierformulare) sind es vor allem Informatikfirmen, Hardware und Software, also Neutechnologiefirmen. Ich erinnere mich an eine Ausschreibung der UBS für Beratung in Datenbanktechnologie.
    Es ist also nicht so, dass der Verlust herkömmlicher Berufe durch das Wachstum neuer Technologiefirmen wettgemacht wird. Nein, der Stellenabbau betrifft auch Letztere.

    Diese These ist also widerlegt. Die Tendenz globalen Schrumpfens der Anzahl Arbeitsplätze ist Realität. In hochindustrialisierten Ländern wird sie aber stärker spürbar sein als in Entwicklungsländern. Wir müssen dies in der Planung unserer Sozialpolitik berücksichtigen!
     
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