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Der Westen trauert um den Saudi-König. Wieso?

Dieses Thema im Forum "Internationale Medien und Schlagzeilen" wurde erstellt von Alexander, 25. 01. 2015.

Der Westen trauert um den Saudi-König. Wieso? 4.3 5 3votes
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  1. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Ihr habts vermutlich mitbekommen: Der saudische König Abdullah ist vor zwei Tagen gestorben und die halbe politische Welt reist zu seiner Beerdigung, schickt Kondolenzschreiben oder setzt - wie Grossbritannien - die Flaggen in öffentlichen Gebäuden auf Halbmast.

    US-Aussenminister John Kerry twitterte "König Abdullah war ein Mann von Weisheit & Vision. Die USA haben einen Freund & das Königreich Saudi Arabien, der Nahe Osten und die Welt einen verehrten Führer verloren"
    John McCain sprach von einem "Mann des Friedens" etc.


    Bedenkt man, dass Abdullah der Diktator eines der brutalsten & kriminellsten Terror-Regimes der Welt war (welches zudem als der massgebliche Sponsor von Unruhe & Terror in der islamischen Welt fungiert), sollte man doch ziemlich erstaunt darüber sein, dass er nach seinem Ableben von denjenigen Staaten, die sich angeblich für Freiheit & Demokratie in der Welt einsetzen, derart in den Himmel gelobt wird.

    Lustigerweise hat die Washington Post ausgerechnet einen Tag vor dem Hinscheiden des Massenmörders ähh.. meine des "Mann des Friedens" noch einen Artikel gebracht, in dem festgestellt wurde, dass die Gesetzeslage in Saudi Arabien und im "Islamischen Staat" so ziemlich identisch ist. Sprich: Steinigung, Köpfung, Gliedmassen abhacken etc. - und es ist ja bekannt, dass dies bei den Saudis auch gerne mal gegen jeden angewendet wird, der ein bisschen Kritik an König und Staat gewagt hat.

    Es ist einmal mehr völlig transparent was hier abläuft:

    Wer ein "Freund" des Westens (und insbesondere der USA) ist, darf sich alles erlauben und wird dafür gelobt.
    Wer kein Freund des Westens ist, wird verteufelt, ganz egal was er tut.
    Sprich: Hätte der Tyrann nicht per Zufall auf einem riesigen Ölvorkommen gesessen, welches er mit Vorliebe an den Westen verkauft hat, hätten die "Kondolenzschreiben" mit Sicherheit ganz anders ausgesehen.

    The Intercept zeigt dies auch genüsslich in diesem Artikel, in welchem die Reaktionen auf den Tod von Hugo Chavez mit denjenigen bei König Abdullah vergleicht.

    Er endet mit dem Satz "und das ist, wieso keiner ausserhalb des amerikanischen Kabelfernsehens, der Washingtoner Think-Tanks, der selbstverliebten Oxbridge clique in London, irgendwas anderes als Spott und düsteres Amusement übrig hat, wenn sich die USA und Grossbritannien als Verteidiger von Freiheit und Deomkratie aufspielen"

    Dies kann ich weitgehend unterscheiben, nur dass ich eine Korrektur & eine Ergänzung anbringen würde:

    Die Korrektur: Leider gibts auch ausserhalb der genannten "Kreise" noch ein paar, die an das Kalte-Kriegs-Märchen vom guten, selbstlosen und demokratiefördernden Westen glauben. Einige davon artikulieren sich sogar hin und wieder hier im Forum.

    Die Ergänzung: Der Vorwurf der Doppelmoral trifft nicht nur die USA und Grossbritannien gegenüber Terrorregimes wie dem Saudi Arabischen, sondern auch uns in der Schweiz (und anderen westlichen Ländern) gegenüber der USA und Grossbritannien.
    Denn diese begehen bekanntlich seit Jahrzehnten am Laufband grobe Verbrechen, doch nie kommt jemand auf die Idee, einmal Sanktionen zu fordern oder Untersuchungen vor interntionalen Gerichten einleiten zu lassen.
     
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  2. Conchita M

    Conchita M Parteilos

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    Mal abgesehen davon, dass der Beitrag, gemessen am Inhalt, einfach viel zu lang ist, ist das Hofieren Saudi-Arabiens logisch und stimmig.

    Außenpolitiker schätzen Stabilität und Berechenbarkeit. Saudi-Arabien war immer einer der schlimmsten Unrechtsstaaten überhaupt, hat jedoch nie ein Nachbarland überfallen oder damit gedroht. Es ist keine Bedrohung Israels.

    Alle erklärten Feinde des Westens (Irak früher, Iran, Al-Qaida, IS etc.) sind auch erklärte Feinde der Saudis.
    Niemand kann ein Interesse daran haben, dass der größte Ölproduzent der Welt unberechenbar wird.

    Übrigens: Merkel hat den von ihr selbst geschassten Ex-Präsidenten Wulff zum Kondolieren nach Riad geschickt. Diplomatisch kann man als Politiker seine Verachtung dieses miserablen Regimes kaum besser ausdrücken.
     
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  3. brille

    brille

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    So einfach kann man das umschreiben, nicht mehr, nicht weniger.
     
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  4. Conchita M

    Conchita M Parteilos

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    Venezuela, Iran?
     
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  5. brille

    brille

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  6. Commodore

    Commodore Keine_Parteiangabe

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    Grundsätzlich richtig, wobei das KSA ziemlich geteilt ist. Es wurden natürlich Terrorgruppen von dort aus finanziert und somit schon eine Bedrohung für Israel. Und bei Merkel bin ich mir nicht sicher, ob sie Wulff wieder zurückholen will, zumal er rechtskräftig unschuldig gesprochen wurde und ein guter Ministerpräsident war im Sinne der Politik von Merkel.

    Logisch sind alle Industrienationen interessiert an einem KSA, dass wirtschaftliche Stabilität bietet und Geschäfte mit uns macht. Geschäfte sind wichtig und ziemlich weit oben in der Prioritätenliste.

    C.
     
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  7. Conchita M

    Conchita M Parteilos

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    Manche Leute behandeln die Realität nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht.
     
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