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Der Mythos zum Rentenalter

Dieses Thema im Forum "Vorsorge- und Gesundheitspolitik" wurde erstellt von Beat, 29. 04. 2016.

Der Mythos zum Rentenalter 4.2 5 5votes
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  1. Commodore

    Commodore Keine_Parteiangabe

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    Deshalb bin ich im Gegensatz zur SP (Ausnahme Strahm und Badran) für den Inländervorrang. Aber solange man einen jüngeren und billigeren Deutschen auf dem Silbertablett serviert bekommt, wird dies nicht ändern.

    C.
     
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  2. abc def

    abc def

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    Wen meinst du mit "wir"? Den Staat? Das funktioniert nicht.
    Die DDR (und andere sozialistische Staaten) haben es versucht. Sie haben "pro forma" jedem Bürger einen Arbeitsplatz gegeben, um die offizielle Arbeitslosenstatistik mit 0 ausweisen zu können. Natürlich ist dadurch die Produktion nicht gestiegen, die Leute sind teilweise ja nur herumgestanden bzw. herumgesessen. Sie hatten zwar einen Arbeitsplatz, aber keine Arbeit. Damit ist einfach nur die Produktivität (Output pro Arbeiter) und damit der Wohlstand gesunken.
    Echte Arbeitsplätze kann man leider nicht einfach so "aus dem Hut zaubern". Man kann aber günstige Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen, und damit im Idealfall eine Positivspirale bei den Arbeitsplätzen auslösen. Das ist uns in der Schweiz ja bisher sehr gut gelungen! Wir haben kaum Probleme mit allgemeiner Arbeitslosigkeit, eher mit Fachkräftemangel. (Klar gibt es auch bei uns in gewissen Bereichen Arbeitslose. Die Gründe dafür sind vielfältig - ein grundsätzlicher "Mangel an Arbeit" ist aber sicher nicht das Problem.)
     
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  3. Beat

    Beat Parteilos

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    Nein, mit "wir" meinte ich nicht den Staat, sondern eben WIR, die Wirtschaft. Du kannst Dir also Dein ganzes, aus dem Parteibuch abgeschriebenes Gefasel von der DDR abkupfern.

    Das hast Du aber schön geschrieben, ich hät es nicht besser hingekriegt. Damit hast Du Hansueli Schöchlis These "wenn mehr Leute arbeiten, gibt dies mehr Produktion und Einkommen, woraus mehr Nachfrage und Arbeitsplätze entstehen können" selber widerlegt. Nur bürgerliche Trottel glauben daran. Wenn es also für die im besten Alter nicht funktioniert, warum sollte es für die +65 funktionieren?
    Du wirst nun einwenden, bei der Pensionsaltererhöhung handelte es sich um Leute, die bereits einen Arbeitsplatz hätten.
    1. ist das nur teilweise richtig, denn die +65, welche wegen Rationalisierung, Restrukturierung, Firmenschliessung ihre Stelle verloren haben, sollten auch wieder einen Arbeitsplatz finden.
    2. Die +65, die nun länger am Arbeitsplatz bleiben, besetzen indirekt die Plätze für Neueinsteiger, die nun nicht frei werden. Dies fördert die so verheerende Jugendarbeitslosigkeit.

    Das erzähl mal einem der rund 200'000 Arbeitslosen und den ?'000 Ausgesteuerten. Aber an Zynismus hat es Euch Bürgerlichen noch nie gefehlt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. 05. 2016
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  4. Beat

    Beat Parteilos

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    Nachdem uns abcdef glaubhaft bescheinigt hat, dass man Echte Arbeitsplätze leider nicht einfach so "aus dem Hut zaubern" kann, müssen wir die bittere Realität akzeptieren, dass jedes Jahr Rentenaltererhöhung uns rund 50'000 zusätzliche Arbeitslose bescheren würde. Besonders gravierend dabei ist, dass ein Grossteil davon Jugentliche, möchtegerne Einsteiger sein werden.
    Unter diesen Voraussetzungen wäre jede Rentenaltererhöhung nichts weiter als eine Verschiebung der Kosten auf ALV, IV, Sozialhilfe, usw. Nicht zu reden vom sozial-gesellschaftlichen Schaden, der damit angerichtet würde.

    Aber schauen wir uns doch mal, strategisches Vorausschauen übend, die globale Situation und Trend an.
    Wir sind mitten in einer industriellen Entwicklung, um nicht zu sagen Revolution, hin zu einer Verminderung des Gesamtarbeitsvolumens, welches zur Erhaltung unseres Wohlstandes nötig ist. Dies dank Rationalisierung, Produktionssteigerung, Digitalisierung, Roboterisierung, usw. Andererseits werden der arbeitsfähigen Menschen immer mehr. Das heisst doch, es gibt immer weniger Arbeit für immer mehr Arbeitsfähige und -willige. So gesehen liegt doch eine Lebensarbeitszeiterhöhung (Rentenaltererhöhung) total quer in der Landschaft. Es kann doch nicht sein, dass immer weniger gestresste, Überzeit schuftende Beschäftigte für immer mehr, zwar arbeitswillige, aber gezwungenermassen Arbeitslose, über Steuern und Sozialabgaben deren Lebensunterhalt berappen! Und wir wollen/können diese ja nicht einfach verrecken lassen.

    Wir sollten also Lösungen suchen, das künftig noch vorhandene, schrumpfende Arbeitsvolumen gerechter auf die stetig steigende Anzahl Arbeitsfähiger zu verteilen, sodass ein jeder selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen und dabei ein erfülltes Leben fristen kann. Ich sehe die Lösung nur darin, die Lebensarbeitszeit entsprechend zu reduzieren, es sei denn, es komme einer mit einer Hokus-Bokus-Lösung daher.
    Diese Reduktion sähe ich in der angemessenen Verminderung der Wochen- und Jahresarbeitszeit. Um die Generationensolidarität zu entlasten, könnte das Rentenalter erhöht werden, was angesichts der erleichterten Arbeitspensen durchaus sinvoll wäre. Allerdings erhöhte dies noch einmal die Gesamtzahl der Arbeitsfähigen, was wiederum zu nochmaliger Reduktion der Arbeitszeit führen müsste.
    Gewiss, für die Arbeitplatzgestaltung ein organisatorisches Problem, aber ich bin zuversichtlich, dass mithilfe der Informatik auch dies zu bewältigen ist. Z.B. Aufteilung eines Jobs an 2 Arbeitnehmer, zeitlich gestaffelt.

    Hat jemand einen besseren Lösungsvorschlag?
     
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  5. Forteleon

    Forteleon FDP

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    aus meiner sicht sind die Prozesse ein wenig komplexer als einfach shit in shit out. sprich wer daran glaubt, dass ein ahv Bezüger seinen Arbeitsplatz für einen jugendlichen neueinsteiger frei macht, hat eine ziemlich stark vereinfachte Wahrnehmung der ökonomischen Realität, die man fast dümmlich banal nennen könnte.
    wird ein stelleninhaber pensioniert, können grundsätzlich drei dinge geschehen:
    1. die stelle wird wiederbesetzt und zwar mit den genau gleichen skills und aufgaben.
    2. die stelle wird hinsichtlich skills und aufgaben erheblich verändert und wiederbesetzt.
    3. die stelle wird aufgrund des produktionsfortschritts aufgehoben und nicht mehr besetzt.
    der fall 1 ist eigentlich die ausnahme ....
    damit wird die Rechnung +-50'000 dann schnell mal hinfällig! das Rentenalter ist auf der arbeitsangebotsseite seit längerem unter druck. schon heute kann man feststellen, dass gerade gut qualifizierte, an sich vom alter her pensionsreife, Mitarbeiter weiterarbeiten, oder nach dem übertritt ins Pensionsalter noch Mandate behalten. selbst in der öffentlichen Verwaltung werden immer mehr leute über 65 beschäftigt - nicht weil man das Rentenalter erhöhen will, sondern weil es gar keine Möglichkeit gibt, das Bedürfnis auf dem markt zu decken. sprich von den hier angemahnten 50'000 nachfolgewilligen Kandidaten existieren entweder gar nicht so viele, oder diejenigen die vorhanden sind, haben die für die stelle notwendigen skills nicht, selbst dann wenn man nachrutschen lässt. die Tatsache, dass nun die Babyboomer Generation in Pension geht, führt dazu, dass die nachfrage nach qualifiziertem personal grösser ist als das Angebot. sprich wer arbeiten will und über entsprechende skills verfügt, kriegt schnell ein Angebot. anders sieht es bei denen aus, die jung sind, dumm geblieben sind und über keine skills verfügen. stellen für die werden tatsächlich weniger. ein strassenputzroboter fährt an sieben tagen die Woche 24h umher und arbeitet .... ein strassenputzer, der weder d,f,i,Rumantsch als Muttersprache hat, arbeitet beim besten willen nur 8.5h pro tag, und das auch nur an fünf tagen .....
    dies macht auch klar, dass die perspektiven weniger vom alter, als von den skills abhängig sind. vielleicht ist es deshalb nicht so klug das land mit leuten aufzufüllen, die nachweislich schlecht gebildet sind, kaum sprachkompetenzen haben und zudem noch eine wesentlich grössere Wahrscheinlichkeit, im vergleich mit einer alterskonformen vergleichsgruppe, mit sich bringen, dass sie gesundheitlich signifikant weniger gut dran sind ......
     
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  6. Commodore

    Commodore Keine_Parteiangabe

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    @Beat

    Ich halte deine Analyse wie deine Schlussfolgerungen für grundfalsch, weil

    1. es tendenziell immer weniger arbeitsfähige Leute gibt. Die Jahrgänge werden kleiner und deshalb hat man auch bereits jetzt schon ein Mangel an Fachkräften.
    2. diese Fachkräfte man nur bedingt bei den Arbeitslosen findet, weil deren Erfahrung und deren Ausbildung nicht unbedingt korrespondiert mit den Anforderungen, die man sucht
    3. eine Erhöhung der Lebensarbeitszeit (wohlgemerkt nicht für alle Berufe) deshalb Sinn macht, weil man den Fachkräftemangel so teilweise kompensiert und die Sozialaushaben (AHV/IV Beiträge) nicht erhöhen muss.

    Einfach zu glauben man könne das Rentnerheer erhöhen und von weniger Arbeit ausgehen und diese mit weniger Arbeitszeit kompensieren mündet darin, dass wir nicht mehr wettbewerbsfähig sind und somit in die Negativspirale kommen. Finanz- wirtschafts- und sozialpolitisch genau das Falsche.

    C.
     
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  7. brille

    brille

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