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Billigerer Strom dank erneuerbaren Energien:

Dieses Thema im Forum "Umwelt- und Energiepolitik" wurde erstellt von globi, 23. 08. 2013.

Billigerer Strom dank erneuerbaren Energien: 4.4 5 5votes
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  1. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Soviel ich gelesen habe, verlangt die deutsche Bundesregierung, dass die dortigen Reserve-Kraftwerke welche mit Braunkohle betrieben werden innerhalb von 10 Tagen (!) betriebsbereit wären*. Von kurzfristiger "Aushilfe" bei Wind-Flaute kann also nicht ausgegangen werden. Zumal grosse Zweifel daran bestehen, dass diese extrem trägen Anlagen selbst nach 10 Tagen überhaupt zum Laufen gebracht werden könnten.

    In Wirklichkeit ist die Braunkohle-Kraftwerk-Vorratshaltung wohl eher der Lobbyarbeit der Energiekonzerne geschuldet, welche sich auf diese Weise Milliarden-Subventionen gesichert haben, dafür, dass sie die alten Kohlekraftwerke nicht abreissen sonder noch ein bisschen rumstehen lassen.


    [*] Das Beste daran: Falls die Kraftwerke im Bedarfsfall nicht innert 10 Tagen anlaufen würden, so würden allenfalls die Subventionen für deren Bereithaltung um maximal 10% gekürzt. D.h. die Energiekonzerne können auch einfach gar nichts liefern und bekommen dann "schlimmstenfalls" nur 90% des "Lohnes" für die nicht erbrachte Leistung. Bei solchen Anreizstrukturen kann man sich fast wundern, ob diese Kraftwerke heute noch in einem Zustand sind, in dem sie je wieder jochgefahren werden könnten. Gelohnt hätte sich die Instandhaltung sicher nicht, bezahlt wird ja von der Öffentlichkeit so oder so, auch für ein defektes Kraftwerk ;)
     
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    Alexander, 11. 06. 2018
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    #8
  2. Forteleon

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    Das mag ja durchaus so sein, jedoch bin ich im letzten Jahr fast jeden Monat in Braunkohlegebieten in Deutschland unterwegs gewesen und da haben Kamin und Kühlturm immer wie wahnsinnig geraucht .... von abgeschaltet, runtergefahren sein, war sommer und winter keine Spur.
     
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  3. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Dann waren das was du gesehen hast nicht die Reserve-Braunkohlekraftwerke von denen du gesprochen hast. Die wurden nämlich noch kein einziges Mal hochgefahren. Siehe z.B. hier.

    (Möglicherweise gibt es in Deutschland noch ein paar alte Braunkohlekraftwerke die gar nie abgeschaltet wurden. Weiss ich nicht.)
     
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    Alexander, 12. 06. 2018
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    #10
  4. Forteleon

    Forteleon FDP

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    Also Deutschland hat in seinem Inventar wahrscheinlich über 70 Kohlekraftwerke, darunter sicher ein Drittel Braunkohle ... weil ab Oktober 2018 ein Strommangellagemanagement stattfindet, ist der Rückbau solcher Anlagen nach meinem Wissen untersagt. Zwischen Köln und Aachen befinden sich zwei riesige Braunkohlereviere an dessen Ränder Braunkohlekraftwerke stehen, von denen jedes einzelne mehr Energie produziert als ein grosses AKW. Die waren in den letzten beiden Jahren, als ich vorbei fuhr immer in Betrieb. Die deutsche Strompolitik dürfte kaum ohne solche Grossanlagen auskommen. Von einem in der Nähe von Aachen weiss ich von Bekannten, dass dieses Werk für die Grundlast läuft und ca. die doppelte Leistung von Leibstadt oder Gösgen hat. Es handelt sich dabei um einen der grössten CO2 Produzenten Europas. Der Abbau der Braunkohle für das Werk ist noch auf Jahrzehnte geplant .... mit bereits durchgeführten Landenteignungen ....
    Ich will hier nicht ein Plädoyer für AKW's führen, aber wenn eine Politik darauf abzielt, derartige Anlagen weiter zu verwenden und in Deutschland ist das so, dann halte ich sie für verfehlt und keineswegs für beispielhaft!
    Ich zweifle nicht daran, dass Windkraft an optimalen Standorten tatsächlich etwas bringt. Was ich weniger glaube, ist dass es in der Schweiz viele solche Standorte gibt - sprich uns fehlen dazu die Voraussetzungen. Das gleiche gilt für die Solarenergie. Wenn man nicht nur für dien eigenen Bedarf erzeugen will, kommt man an einigen hässlichen Tatsachen nicht vorbei. Dies zeigt auch Südspanien. Obwohl meteorologisch viel besser gelegen, hat man noch immer grosse Probleme. So sind zum Beispiel die Solarpanels regelmässig verstaubt und müssen gereinigt werden - ein Aufwand der eigentlich nicht vorgesehen ist.
     
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  5. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Es ist allerdings ein Irrtum anzunehmen, der "ideale Standort" für Photovoltaik sei nur dort, wo die Sonne möglichst brutal runterbrennt.
    Die Photovolatik-Module können pro Quadratmeter ohnehin nur ein bestimmte Menge Sonnenenergie in Strom umsetzen - und diese Menge an Sonnenschein gibts längst nicht nur in südlichen/äquatornahen Regionen sondern auch beispielsweise bei uns oder unseren nördlichen Nachbarn.
    Tatsächlich können, wie dein südspanisches Beispiel zeigt, manche Regionen die auf den ersten Blick vielleicht ideal erscheinen in gewisser Hinsicht sogar kontraproduktiv sein, weil es eben zu selten regnet (bei Regen werden die Module gratis geputzt), zu viel Staub in der Luft hat oder zu heiss ist (die Effizienz der Module sinkt bei höheren Temperaturen - d.h. kühl und sonnig ist besser als warm und sonnig).
    Tatsache ist also, dass sich Photovoltaik auch in unseren Breitengraden lohnt. Neue PV-Grossanlagen in Deutschland haben heute niedrigere Gestehungskosten als alle fossilen (Öl, Gas, Kohle) Erzeugungsmethoden sowie auch als die Windenergie.

    à propos Windenergie: In der Schweiz tatsächlich problematisch weil niemand die Windräder in der Nähe haben will. Da kommen aber z.B. wieder die Spanier ins Spiel, wo dies weniger ein Problem zu sein scheint. Dementsprechend investieren Schweizer Elektrizitätswerke bereits heute in spanische Windanlagen. D.h. der Strom wird nicht bei den Spaniern gekauft, sondern die dortigen Anlagen gehören uns zum Teil.

    Natürlich wird jetzt wieder das Autarkie-Argument kommen. Aber wer sich vorstellt, dass "in der Krise" jdeses Land sein eigenes Süppchen kochen wird und die Stromnetze entkoppelt, hat vermutlich sowieso nicht verstanden wie Elektrizität funktioniert.
    Die Vorstellung, dass Rest-Europa eines Tages den Schalter umlegt und die Schweiz vom Stromnetz abhängt ist technisch mehr als fragwürdig. Das von Polen bis Portugal die Backofenuhren falsch gehen weil die Serben und die Kosovaren sich um Energiefragen streiten ist eben kein Zufall. Und die Vernetzung wird in Zukunft wahrscheinlich noch zunehmen. Stichwort Desertec etc.
     
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    Alexander, 16. 06. 2018
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    #12
  6. Forteleon

    Forteleon FDP

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    Eigentlich sind wir uns wahrscheinlich bezogen auf den Verbund ziemlich einig. Ich sehe nicht ein, wieso wir in der Schweiz bei unseren hohen Faktorpreisen irgendwelche Windenergieanlagen aufstellen sollten, die so oder so die hälfte der Zeit stillliegen, weil gar kein Wind vorhanden ist.
    Ebensowenig sehe ich Solaranlagen als Lösung, wenn es darum geht Energie über den Eigenbedarf hinaus zu produzieren. Ganz einfach weil das richtig gerechnet teuer und letztendlich nicht kostendeckend ist - wenigstens wenn man es selber tut. Wesentlich klüger ist es auf den internationalen Markt zu vertrauen. Es gibt Staaten die investieren auf Teufel komm raus in riesige Kapazitäten. Diese Erzeugernationen werden ziemlich froh sein, wenn ihnen überhaupt jemand diesen Strom abkauft ....
    Sprich die Energiewende ist ausserhalb des Landes fremdfinanzierbar. Lassen wir die Risiken andere tragen, wenn die schon so ungeheuer scharf darauf sind und das auch mit Milliarden fördern. Wir können dann die Energie zu einem kleinen positiven Deckungsbeitrag an den Produzenten beziehen und die den Rest bezahlen lassen. Die wollen das ja so, also lassen wir sie das doch machen. Kein Schwein wird danach quicken, wenn wir die Dummheit der Deutschen ausnutzen!
    Daher können wir aus meiner Sicht darauf verzichten irgendwelchen subventionsgeilen Pseudostromerzeugern im Inland etwas zu bezahlen - das ganze ist in Europa zu einem konkurrenzlos billigeren Preis zu haben ....
     
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  7. SHANGHAI

    SHANGHAI

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    Kraftwerke auf Braunkohlenbasis erzeugten im Jahre 2014 rund 156 Milliarden Kilowattstunden Strom. Jede vierte in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde Strom basiert auf dem Einsatz der heimischen Braunkohle.
    Deshalb wurden ja auch die CO2 Ziele hinausgeschoben, weil man die Ziele gar nie erreichen kann. Richtig ist natürlich, dass man Wind und Sonne zu Schleuderpreisen erwerben kann. Eben halt nur, wenn die Parameter stimmen. Dann hat man sogar zu viel Strom. Die Energiewende in Deutschland ist ein ziemlicher Flop, der richtig teuer wird.
     
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